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Solingen
Sanierungs-Experten nehmen Arbeit auf

Solingen: Sanierungs-Experten nehmen Arbeit auf
Sanierungs-Experten für das ehemalige Rasspe-Areal in der Kohlfurth werden morgen ausgewählt und nehmen im August die Arbeit auf. Mit ersten Zwischenergebnisse ist Anfang nächsten Jahres zu rechnen. FOTO: Martin Kempner
Solingen. 15 Expertenbüros haben sich für die Sanierung des ehemaligen Rasspe-Geländes beworben. Morgen wählt der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung ein Büro aus, das am 1. August mit den Untersuchungen startet. Von Uwe Vetter

Die Spuren des Großbrandes auf dem alten Rasspe-Gelände in der Kohlfurth sind noch zu sehen. Heftig loderten in der Nacht zum 8. Januar dieses Jahres die Flammen aus dem Dach. Der Funkenflug war heftig, der Schaden immens - rund eine Viertel Million Euro. Rund 130 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren im Einsatz. Vermutlich durch Brandstiftung war es zu dem Feuer gekommen.

Das Dach des denkmalgeschützten Gebäudeteils ist bislang nicht ersetzt worden. "Die Ausschreibung, um ein neues Dach zu bauen, ist aber jetzt in Vorbereitung", sagt Frank Balkenhol, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. Die hatte das zuletzt herrenlose Areal in der Kohlfurth übernommen und will die Brache nun entwickeln - zusammen mit dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV). Ein entsprechender Vertrag für die Zusammenarbeit wurde von der Stadt und dem AAV kurz vor Weihnachten 2015 im Forum Produktdesign unterzeichnet.

Eine Luftaufnahme des Geländes zeigt die Ausmaße der Industriebrache. Rund 66.000 Quadratmeter sollen reaktiviert werden. FOTO: Halberstadt (archiv)

Wie viele der seit Jahren leerstehenden Hallen stehenbleiben oder aber abgerissen werden, das wird sich zeigen. Einzig der denkmalgeschützte ehemalige Verwaltungstrakt wird erhalten bleiben. "Zunächst müssen Altlasten- und Gebäudeuntersuchungen durchgeführt werden", sagt Frank Balkenhol.

Der AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung hat dafür die europaweite Bekanntmachung für die gutachterlichen Leistungen veröffentlicht. Denn Experten sind dafür notwendig, um den aktuellen Zustand der Fläche, Umweltbelastungen von Boden und bestehenden Gebäuden zu ermitteln. Zudem sollen Wege aufgezeigt werden, wie die Fläche fachgerecht wiederhergestellt werden kann und einen entsprechenden Plan für diese Arbeiten aufzustellen.

Ein solches Expertenbüro soll nun am morgigen Dienstag, 19. Juli, den Zuschlag erteilt bekommen und ab dem 1. August die Arbeit aufnehmen. "Zuvor musste vom AAV ein dicker Ordner mit einem Leistungsverzeichnis erstellt werden", so der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. Insgesamt 15 Büros hatten sich an dem Verfahren beteiligt. "Wir rechnen mit ersten Zwischenergebnissen Anfang 2017", sagt Balkenhol.

Denn nun stehen Boden- und auch Gebäudeuntersuchungen an, um einen Sanierungsplan erstellen zu können. Der so erarbeitete Plan legt auch fest, welche Hallen beispielsweise abgerissen werden müssen oder aber stehenbleiben können.

Die Wirtschaftsförderung hat als Eigentümerin die Aufgabe, das Gesamtprojekt federführend umzusetzen und das Gelände künftig wieder für eine gewerbliche Nutzung nutzbar zu machen. Reaktiviert, also wieder nutzbar gemacht werden sollen rund 66.000 Quadratmeter Fläche." Läuft alles normal, könnten eine Erschließungsstraße des Geländes und unter Umständen erste Ansiedlungen 2018 erfolgen", sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung.

Die vorhandenen Altlasten zu sanieren und alle nicht mehr nutzbaren Gebäude abzureißen, dafür ist der AAV als Maßnahmenträger zuständig. Darüber hinaus müssen für die Nutzung des Geländes - neben der Erschließungsstraße - auch neue Ver- und Entsorgungsleitungen für Strom, Gas, Wasser und Abwasser errichtet werden.

Jetzt nehmen sich aber erst einmal die Sanierungs-Experten das Gelände in der Kohlfurth vor. Ist es einmal komplett hergerichtet und steht zur Vermarktung an, könnten in Stöcken rund 500 neue Arbeitsplätze entstehen. Davon geht jedenfalls Oberbürgermeister Tim Kurzbach aus: "Pro Hektar Gewerbefläche rechne ich mit 170.000 Euro an Gewerbesteuern. Für das gesamte Gelände wären das bei entsprechender Vermarktung etwa 1,1 Millionen Euro Gewerbesteuer im Jahr."

Quelle: RP
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