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Solingen
Sanierungsgespräche bei Grossmann

Solingen. Mitarbeiter der Walder Stahlgießerei offenbar zu weiteren Zugeständnissen bereit. Von Uwe Vetter

Die Mitarbeiter des Walder Traditionsunternehmens C. Grossmann Stahlguss sind dazu bereit, die Sanierung der Stahlgießerei weiter mit zu begleiten - und sind offenbar weiteren Zugeständnissen nicht abgeneigt. "Wir haben ein Mandat für ergebnisoffene Gespräche zur Fortführung der Sanierungsmaßnahmen bekommen", sagte der erste Bevollmächtigte der IG Metall Remscheid-Solingen, Marko Röhrig. Er hatte gestern Vormittag gut eineinhalb Stunden mit den Gewerkschaftsmitgliedern der Grossmann-Belegschaft diskutiert. "Wir sind zu Zugeständnissen bereit, wenn hier auch der Arbeitgeber mitspielt", so Röhrig. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich hier um ein Volumen von 500.000 Euro. "Die Belegschaft will die Sanierung hinbekommen", so Marko Röhrig. Die aktuelle Mitarbeiterzahl bei Grossmann liegt bei 112.

Im Herbst 2014 hatte sich das 1853 gegründete Unternehmen dazu entschlossen, die wirtschaftliche Neuausrichtung mit der Belegschaft zu stemmen - mit einem sogenannten Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Bei dem neuen rechtlichen Instrument der Insolvenzordnung agiert die Unternehmensführung in enger Zusammenarbeit mit ihren Beratern und einem durch das Gericht bestellten unabhängigen Sachwalter. Im Sommer vergangenen Jahres konnte das Eigenverwaltungsverfahren beendet werden. Ziel war unter anderem auch, das Unternehmen langfristig mit 105 Arbeitsplätzen zu sichern.

Zur Rettung der Stahlgießerei hatten die Mitarbeiter schon zur Hälfte auf ihr Urlaubsgeld im vergangenen Jahr verzichtet. Ebenso auf das Weihnachtsgeld 2015, in diesem Jahr wollen sie auf das volle Urlaubsgeld verzichten. "Jetzt soll überdies die schon verschobene Tariferhöhung (3,4 Prozent) ein weiteres Mal verschoben werden", sagt Marko Röhrig. Neben dem Urlaubsgeld 2016 soll zudem auf das Weihnachtsgeld 2016 verzichtet werden. Nebenbei, so Wunsch des Arbeitgebers, solle die 40-Stunden-Woche zum Preis der 35-Stunden-Woche eingeführt werden. Über den Arbeitgeberverband war Grossmann an die Belegschaft herangetreten, um weitere Sanierungen zu erörtern. "Ein erstes Vorgespräch hat es am 7. Januar gegeben. Nach dem Gespräch mit unseren Mitgliedern gestern wollen wir nun ab Montag eine Unternehmensberatung mit der Prüfung der Bücher beauftragen", sagt Gewerkschafter Marko Röhrig.

Er geht davon aus, dass weitere Gespräche mit der Geschäftsleitung des Unternehmens frühestens in "eineinhalb bis zwei Wochen" anstehen. Die Grossmann-Geschäftsführung war gestern zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen.

Quelle: RP
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