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Solingen
Scheingefecht ums Kombibad

Solingen. Im Sommer 2009 – vor der Kommunalwahl – hatte der damalige SPD-Parteichef und Oberbürgmeisterkandidat Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver das geplante neue Kombibad im Alleingang versenkt. Er wollte keine weitere sechsstellige Summe für ein Gutachten ausgeben. Seine Partei zog – wenn auch einige Genossen zähneknirschend – mit und fand dafür sogar eine breite Mehrheit gegen den Koalitionär CDU im Stadtrat.

Unlieb war Müller-Stövers Hauruck-Entscheidung vor allem seinem Mit-Genossen und Lebenshilfe-Geschäftsführer Josef Neumann nicht. Denn dieser hatte die Übernahme des Birkerbades durch die Lebenshilfe mit dem Bau eines Kombibades in Gefahr gesehen. Doch inzwischen ist ein neuer Streit ums Birkerbad und Kombibad entbrannt. Frank Schütz, sportpolitischer Sprecher der CDU, geht so weit, dass das Birkerbad auch einfach, wie geplant, zugemacht werden könne, wenn es bis Juli keine Einigung zwischen Stadt und Lebenhilfe gibt.

Doch die Verhandlungen stocken, und da verwundert es nicht, dass SPD-Landtagskandidat Neumann und Lebenshilfe-Chef Kurt Rainer Witte nervös auf CDU-Mitglieder schielen, sobald das Thema Kombibad nur auf den Tisch kommt. Neumann: "Arne Moritz hat sich für ein Kombibad ausgesprochen. Aber in einem solchen Fall wird die Lebenshilfe das Birkerbad nicht übernehmen."

CDU-Landtagskandidat Moritz kann die Aufregung nicht verstehen. Er habe auf der Diskussionsveranstaltung der Gewerkschaft Verdi nur darauf hingewiesen, dass es nicht sein könne, dass Solingen, für den Fall, dass das Freibad Ittertal finanziell nicht überlebe und die Lebenshilfe das Birkerbad nicht übernehme, irgendwann ohne eigenes Schwimmbad da stehe. "Darüber muss man doch nachdenken dürfen", sagte Moritz auf Anfrage.

Quelle: RP
 
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