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Stiftungsfest
Schlicker Hahneköpper setzen sich für ihre Tradition ein

Stiftungsfest: Schlicker Hahneköpper setzen sich für ihre Tradition ein
Dirk und Monika Rohm, das noch amtierende Königspaar des Vereins "Schlag aff" Schlicken. Heute Abend wird der neue König ermittelt. FOTO: Kempner
Solingen. Die historische Solinger Hofschaft Schlicken wurde vor gut 20 Jahren durch die Unnersberger Allee, eine Fortsetzung der Ritterstraße zerschnitten.

Als Ersatz für den alten Festplatz in einem schönen Baumhof bekamen die Hahneköpper ein neues Gelände unterhalb der neuen Straße zugesprochen. Dort entstand ein schmuckes Vereinsheim, wo jetzt auch das 82. Stiftungsfest der 1933 gegründeten Schlicker Hahneköpper stattfand.

Nun ist das Brauchtum des Hahneköppen durchaus nicht unumstritten. "Immer wieder mokieren sich selbst ernannte Tierschützer über diesen historischen Brauch" sagte Uwe Marx, Vorsitzender des Hahneköpper-Vereins. Eigentlich könnte der Verein auf seinem großen Gelände mit seinen Gästen auch ein schönes, problemloses Sommerfest feiern. "Wir möchten aber die lange Tradition unserer Klingenstadt pflegen, da gehört ohne Frage das Hahneköppen dazu", sagt Marx, der schon seit vielen Jahren die Geschicke des Schlicker Vereins lenkt. Wie bei fast allen Vereinen ist fehlender Nachwuchs auch ein Problem bei den Hahneköppern, nur zehn Vereinsmitglieder sind in Schlicken aktiv. "Wir haben bei unserem Fest zum Glück viele ehrenamtliche Helfer", informiert Uwe Marx.

Seit vielen Jahren ist das Fest der Schlicker Hahneköpper eine beliebte Veranstaltung in der Südstadt. Auf den traditionellen Umzug mit der geschmückten "Schürres Kar" wird inzwischen verzichtet, auch Livemusik ist nicht mehr dabei. Dafür ist es sehr gemütlich. Zu Ehren des Königspaars Dirk und Monika Rohm fand am Sonntag das Königsfrühstück statt, die Gäste der befreundeten Vereine kämpften danach einen Pokal aus. Auch der neue König wird durch einen erfolgreichen Schlag mit dem Säbel auf den Kopf des Hahns ermittelt. Diese Tradition scheint aus der Zeit der französischen Besatzung im 19. Jahrhundert zu stammen. Das Köppen des Hahns, dem französischen Nationaltier, sollte stillen Widerstand symbolisieren. Für die Besucher des Festes spielten diese Betrachtungen keine Rolle, sie wurden bestens bedient. Viele werden auch heute Abend Zeugen des Hahneköppens sein, bei dem der neue König des Vereins ermittelt wird.

(wgü)
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