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Solingen
Schloss Burg: Bauarbeiten beginnen 2017

Solingen: Schloss Burg: Bauarbeiten beginnen 2017
Die Aussichten für das Schloss sind gut: Die Sanierung startet 2017. Den Anfang macht der Bergfried, der Anlage und Landschaft überragt. FOTO: Radtke (Archiv)
Solingen. Die Signale von Bund und Land sind klar: Der Renovierung des bergischen Wahrzeichens für 32 Millionen dürfte nichts mehr im Weg stehen. Das Okay für die Finanzierung kommt noch vor den Sommerferien. Baustart ist 2017 am Bergfried. Von Martin Oberpriller und Günter Tewes

In den zurückliegenden Wochen haben die Drähte zwischen dem Bergischen Land, Düsseldorf und Berlin sprichwörtlich geglüht. Denn die Zeit drängt: Bis Ende des Jahres muss die Finanzierung der Renovierungsmaßnahmen an Schloss Burg endgültig stehen. Ein Ziel, das jetzt in greifbare Nähe gerückt ist. Nach Informationen unserer Redaktion haben sich alle beteiligten Seiten nämlich zuletzt auf einen Weg geeinigt, wie die zur Sanierung des bergischen Wahrzeichens notwendigen insgesamt 32 Millionen Euro von Bund, Land und Städten fließen können.

Zwar wollte Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW), gestern noch keinen Vollzug vermelden. Gleichzeitig zeigte sich der Chef der BSW, die bei Koordination und Umsetzung der Maßnahme federführend ist, aber optimistisch. "Wir hoffen, dass wir die Finanzierung in trockenen Tüchern haben", sagte Middeldorf auf Anfrage.

Tatsächlich dürfte inzwischen eine Lösung gefunden sein, so dass 2017 mit der Einrüstung des Bergfrieds die Sanierungsarbeiten auf Schloss Burg beginnen können. Nachdem der Bund im vergangenen November seine Zusage gab, 15 Millionen Euro beizusteuern, und weitere zehn Millionen von den Eigentümerstädten Solingen, Remscheid sowie Wuppertal beziehungsweise aus der Regionalförderung kommen sollten, war zuletzt allein noch die Form der Landes-Beteiligung über das Städtebauförderprogramm umstritten gewesen. So wurde moniert, in diesem Programm befänden sich ebenfalls Bundesgelder, so dass der Bund mehr als die zulässigen 15 Millionen tragen würde.

Allerdings setzte in Berlin in den zurückliegenden Wochen in dieser Frage offenbar ein Umdenken ein. Jedenfalls kamen nach Informationen unserer Redaktion zuletzt positive Signale aus der Hauptstadt, die Förderbedingungen möglichst flexibel auszulegen - wobei Insider davon ausgehen, dass vor allem das Engagement im Bergischen den Ausschlag für den Sinneswandel gab. Beispielsweise wurde auf Bundesseite wohlwollend registriert, dass die Städte die auf sie entfallenden Kosten bereits in ihren Haushalten berücksichtigt haben.

Dementsprechend stehen die Chancen ausgesprochen gut, dass die Gesamtfinanzierung noch vor Beginn der Sommerferien im Juli stehen wird - und Schloss Burg schon bald sowie für mehrere Jahre zu einer Großbaustelle wird. "Wir gehen davon aus, dass im nächsten Jahr in einem ersten Schritt der Bergfried an die Reihe kommt", sagte jetzt Klaus-Dieter Schulz als Vorsitzender des Schlossbau-Vereins.

Sowohl Schulz als auch Annette Nothnagel, verantwortliche Teamleiterin Standortmarketing und Tourismus bei der BSW, rechnen damit, dass sich die Gesamtmaßnahme über mehrere Jahre erstrecken wird. Bis zum Jahr 2025 soll Schloss Burg unter anderem einen Aufzug erhalten, womit das Hauptgebäude wiederum behindertengerecht ausgebaut werden könnte. Und das Grabentorhaus soll in Zukunft als Ort für Ausstellungen zur Verfügung stehen.

Dabei verknüpfen die Verantwortlichen bei der Stadt Solingen mit der Sanierung von Schloss Burg große Erwartungen, die weit über das historische Gemäuer hinaus gehen. So besteht die Hoffnung, dass auch der Stadtteil Burg selbst einen Aufschwung erlebt.

"Wenn es Schloss Burg gut geht, profitiert davon der gesamte Stadtteil", unterstrich in diesem Zusammenhang jetzt zum wiederholten Stadtentwickler Markus Lütke Lordemann bei einer Informationsveranstaltung zum Hochwasserschutz in Burg. Zu den 32 Millionen Euro für das Schloss kommen noch einmal rund sechs Millionen Euro im Rahmen des Entwicklungskonzeptes für den kleinsten Solinger Stadtteil.

Quelle: RP
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