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Ansichtssache
Schloss Burg ist auf richtigem Weg - andere müssen folgen

Solingen. Die großen Events in Burg zeigen, dass die Mischung von Kultur und Unterhaltung aufgeht. Für die Müngstener Brücke sind ähnliche Ideen gefragt. Von Martin Oberpriller

Die Verfechter der reinen Lehre mögen bis zum heutigen Tage die Nase rümpfen. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass seit geraumer Zeit wieder vorwiegend gute Nachrichten von Schloss Burg kommen. Die Anlage wird in den nächsten Jahren für über 30 Millionen Euro renoviert. Und zudem entwickelt sich das historische Wahrzeichen des Bergischen Landes - um es einmal auf Neudeutsch zu formulieren - zu einer gefragten Event-Location.

Medieval Fantasy Convention, Harry Potter Special und eine Reihe anderer, eher massenwirksamer Veranstaltungen sprechen dafür, dass das vor einigen Jahren neu aufgelegte Konzept einer Mischung aus Kultur sowie Unterhaltung Früchte trägt. Klar, der geschichtsträchtige Rahmen in Burg ist, gerade was die Fantasy- und Mittelalter-Events angeht, immer nur die Kulisse für fiktionale Traumwelten, die mit der historischen Realität nichts gemein haben. Doch was soll's - nur mit solchen Veranstaltungen wurden den Eigentümerstädten, der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft sowie dem Schlossbauverein Argumente an die Hand gegeben, die Bund und Land letztlich dazu bewogen, Geld zu bewilligen. Geld, das am Ende auch der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Schloss Burg zugutekommen wird. Denn schließlich ist eine instand gesetzte Schlossanlage die Voraussetzung dafür, Burg später ebenfalls für Fachtagungen und Ähnliches attraktiv zu machen.

Eine Entwicklung, die man dem zweiten großen Wahrzeichen der Region gleichermaßen wünscht. Nur zur Erinnerung: Es ist nicht einmal sieben Jahre her, da gab es bei der Bahn AG die Idee, die seinerzeit marode Müngstener Brücke durch einen Betonbau zu ersetzen. Ein im wahrsten Wortsinn wahnsinniger Einfall, der zum Glück längst zu den Akten gelegt ist. 2018 sind die Sanierungen an der in diesem Jahr 120 Jahre alt werdenden Brücke abgeschlossen. Und unter der Ägide der Stadt Solingen wird inzwischen ein neuer Anlauf genommen, die Stahlkonstruktion zum Weltkulturerbe erklären zu lassen.

Also ist auch in Müngsten der richtige Weg eingeschlagen. Was indes nicht heißt, dass man sich nur auf das Weltkulturerbe verlassen sollte. Bis heute wird die Brücke nicht genügend "vermarktet". So fehlt zum Beispiel im Brückenpark ein Infocenter, welches Besucher an das Bauwerk heranführt. Wer weiß, wie viele Menschen sich für Verkehrsgeschichte interessieren, dem ist klar, dass ein paar Kilometer wupperaufwärts von Burg noch ein weiteres (touristisches) Juwel liegt. Dies gilt es zu nutzen.

Quelle: RP
 
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