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Tauben verschmutzen Bahnhof Solingen-Mitte
Schluss mit dem Mist!

Taubendreck am Solinger Bahnhof Mitte
Taubendreck am Solinger Bahnhof Mitte FOTO: Kempner (4)
Solingen. Rund 50 Stadttauben leben am Bahnhof Mitte in Solingen. Nun werden die Tiere strategisch vergrämt. Dabei geschieht den Vögeln nichts. Ein Taubenhaus wird erst einmal nicht gebaut.  Von Martin Oberpriller

An den Stadttauben scheiden sich auch in Solingen immer wieder die Geister. Vor allem, wenn sie in Gruppen auftreten, sind die Tiere von gerade einmal gut 30 Zentimetern Körperlänge durchaus in der Lage, auch Großkonzerne in die Verzweiflung zu treiben. Die Deutsche Bahn AG beispielsweise kämpft an vielen ihrer Stationen schon seit schier unzähligen Jahren - zumeist vergeblich - gegen die Vögel und den Dreck, den diese hinterlassen.

Wobei am Haltepunkt Solingen-Mitte seit dieser Woche nun Hilfe von der Stadt Solingen kommt. Vor einigen Tagen haben im Auftrag der Technischen Betriebe Solingen (TBS) nämlich Mitarbeiter einer auf das Vergrämen von Tauben spezialisierten Firma damit begonnen, den gefiederten Plagegeistern ihren Aufenthalt am Bahnhof madig zu machen. So werden die Versorgungsrohre an den Brücken über den Gleisen mit Netzen verhangen. Und zudem schließen die qualifizierten Schädlingsbekämpfer Öffnungen an einer großen Mauer am Bahnhof, die den Vögeln bisher als Nistplätze dienten.

Tauben werden nicht verjagt sondern "vergrämt"

Vermutlich noch bis nächste Woche werden in den Nächten zwischen 23 und 5 Uhr die Arbeiten andauern, bei denen unter anderem ein spezielles Schienenfahrzeug zum Einsatz kommt und bei denen darauf geachtet wird, dass den Tieren nichts geschieht. "Das Vergrämen erfolgt unter allen Umständen artgerecht", sagte gestern Karsten Ditscheid, der als Abteilungsleiter Brücken und Durchlässe bei den TBS für die Aktion verantwortlich ist, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Denn das Ziel der Vertreibung besteht keineswegs darin, den Tauben sprichwörtlich auf die gefiederte Pelle zu rücken. Vielmehr sollen die Vögel lediglich aus jenen Bereichen verschwinden, an denen sie Menschen stören. Am Bahnhof Solingen-Mitte handelt es sich dabei hauptsächlich um die Zugänge sowie die Bahnsteige. Was zur Folge hat, dass die Steinmauer an der Korkenziehertrasse, die sich ebenfalls in Bahnhofsnähe befindet, aber durch ein breites Rasenstück von der Station und den Gleisen getrennt ist, bei der jetzigen Vergrämungs-Aktion ganz bewusst ausgespart bleibt.

Der Grund: Die Tiere dürften nach ihrer Vertreibung dorthin umziehen und höchstwahrscheinlich kaum noch oder nur noch selten zum Bahnhof zurückkehren. Wodurch sich die Stadt möglicherweise die Kosten für ein neues Taubenhaus sparen kann, das nach dem Willen der Bezirksvertretung Mitte eigentlich an der Eishalle gebaut werden soll.

Bessert sich die Situation nicht, könnte Taubenhaus kommen

"Nach Ende der zurzeit laufenden Arbeiten soll beobachtet werden, ob sich die Situation verbessert", kündigte eine Sprecherin der Stadt am Donnerstag auf Anfrage an. Und erst wenn dann immer noch Probleme mit dem Taubendreck am Bahnsteig existierten, würde erneut über einen Taubenschlag wie etwa jenen auf dem Dach der Clemens-Galerien diskutiert werden, teilte das Rathaus mit, das sich die augenblickliche Aktion 25.000 Euro kosten lässt.

Tatsächlich liegt die Lösung des Problems aber ohnehin nicht allein bei der Stadt, die Eigentümerin der Mauern und der Rohre an den Brücken ist. Auch die Bahn als Hausherrin des Bahnhofs ist gefordert. Darum ist verabredet, dass der Konzern im Anschluss an die städtischen Maßnahmen seinerseits tätig wird. "Die Bahn wird weitere Vergrämungen in ihren Bereichen wie an den Treppen in die Wege leiten und die Bahnsteige regelmäßig reinigen", sagte Karten Ditscheid von den TBS.

Indes würden alle Anstrengungen am Ende vergeblich bleiben, sollten die Bahnkunden nicht ebenfalls mitspielen. "Müll darf nicht einfach arglos weggeworfen werden", forderte Karsten Ditscheid die Reisenden dementsprechend gestern eindringlich auf, selbst ihren Teil zu leisten. Denn bei den vielen Gesprächen, die der TBS-Mann in den zurückliegenden Monaten mit Tauben-Experten führte, wurde unter anderem immer wieder deutlich, dass die Tauben sich vor allem dort wohlfühlen, wo sie leicht Futter finden.

Quelle: RP
 
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