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Solingen
Schneidwaren-Manufakturen öffnen Türen

Solingen. Carl Mertens, Franz Güde, Kretzer, Ernst und Willy Niegeloh und Windmühlenmesser beteiligen sich. Von Uwe Vetter

2009 fand der Schneidwaren-Samstag zum ersten Mal statt, und am 3. September, 9 bis 18 Uhr, ist nun die achte Auflage vorgesehen. Damals wie heute sind es die fünf Unternehmen Carl Mertens, Franz Güde, Kretzer Scheren, Ernst und Willy Niegeloh sowie Windmühlenmesser, die den Schneidwaren-Samstag bestreiten und Interessierten Einblicke in die Produktion in einer Manufaktur geben.

Die Unternehmen hatten schon bei den Anfängen der Solingen-Messe kooperiert und sind zudem freundschaftlich verbunden. Auch der Messer-Gabel-Scheren-Markt führte sie zusammen, vor allem aber ein zunehmendes Interesse von Kunden, Produktion sehen zu wollen. So entstand 2009 der Schneidwaren-Samstag. Die teilnehmenden Betriebe sollten Familienunternehmen oder Traditionsfirmen mit Manufaktur-Charakter sein - dies war eine der Voraussetzungen. Die Unternehmen hatten gleichzeitig die Gelegenheit, zu demonstrieren, wie mühsam es ist, qualitativ hochwertige Produkte herzustellen - die eben ihren Preis haben.

Manufakturrundgänge, Werksverkäufe und kulinarische Entdeckungen werden von den Familienunternehmen geboten. Wie entsteht ein scharfes Messer, ein gutes Maniküre-Instrument oder die perfekte Schere? Antworten gibt der Schneidwaren-Samstag. Die teilnehmenden Betriebe haben jahrzehntelange Erfahrung und hohe Qualitätsansprüche, sie fertigen bis heute am Standort Solingen.

So die Firma Carl Mertens am Krahenhöher Weg, die feine Kochmesser und passende Küchenaccessoires herstellt. Der Enkel des Firmengründers, Curt Mertens, führt durch die Fertigung und zeigt, was handwerklich gefertigte Bestecke und Schneidwaren "made in Solingen" auszeichnet. Bei Mertens ist am Schneidwaren-Samstag auch der Werksverkauf geöffnet. Die Firma Franz Güde ist das Sinnbild für die traditionelle Messerfertigung, wenn es um geschmiedete Messer von hoher Qualität geht. Seit vier Generationen fertigt die Manufaktur an der Katternberger Straße 175 im Gesenk geschmiedete Messer in kleinen Stückzahlen an - immer von Hand. Besucher können live erleben, wie die Messer geschliffen, mit Griffen versehen und von Hand abgezogen werden.

Ob für Textilien, Beruf, Beauty oder Haushalt: Hochwertige Scheren für jeden Anlass und zu 100 Prozent made in Germany kommen aus dem Hause Kretzer, Löhdorfer Straße 171-173. Das 1923 gegründete Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, für jede Schneidanwendung immer die passende Schere zu liefern.

Die Firma Niegeloh stellt Nagelscheren sowie Instrumente für Maniküre und Pediküre her. Tradition und Moderne verbinden sich in der Produktion, wo neben klassischem Handwerk auch neueste Fertigungstechnik besichtigt werden kann. Ein Höhepunkt bei Niegeloh ist in jedem Jahr der kleine, feine Werksverkauf an der Beethovenstraße 235.

Bei Robert Herder Windmühlenmesser, Ellerstraße 16 in Ohligs, wird besonders viel Wert auf Handwerk und Tradition gelegt. Seit einigen Jahren bildet das Unternehmen wieder aus und sorgt so dafür, dass traditionelle Solinger Fertigungstechniken und alte Lehrberufe wie Schleifer, Pließter, Reider und Ausmacher vor dem Aussterben bewahrt werden.

Besonderes Highlight für Vintage-Fans: Während des Solinger-Schneidwaren-Samstags werden besondere Besteckteile aus den fünfziger Jahren wie Obstmesser, Dessertgabeln und Vorlegeteile der historischen Marke Eichenlaub zum Kauf angeboten.

Quelle: RP
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