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Solingen
Schüler des Friedrich-List-Berufskollegs spenden Blut

Solingen. Viele Schulen sind es nicht, die einen Blutspendetermin für die eigenen Schüler organisieren können, denn die Blutspender müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Das Friedrich-List-Berufskolleg gehört dazu. "Unsere Berufsschüler sind fast alle 18 und auch etliche in den Tagesklassen", weiß Lehrerin Angelika Witoch, die selbst eine passionierte Blutspenderin ist. "Ich spende von Anfang an", sagt sie.

Damals wurde im Unterricht das Thema "Knochenmarkspende" durchgenommen und dabei kam das Gespräch auch auf die Blutspende. Schnell war die Idee geboren, einen Blutspendetermin am Friedrich-List-Berufskolleg anzubieten. In diesem Jahr findet er zum achten Mal statt. "Naturgemäß haben wir viele Erstspender", weiß Andrea Kraemer vom Deutschen Roten Kreuz Solingen, das mit allem Gerät gestern in die Schule gekommen ist und dort die Aula besetzt. Die meisten Schüler sind im nächsten Jahr schon gar nicht mehr an der Schule. "Sie sollen hier ein bisschen reingebracht werden", erklärt Kraemer.

Viele junge Leute hätten ja Angst vor Spritzen und hier seien Freunde dabei und geschultes medizinisches Personal. "So merken sie, dass es nicht so schlimm ist, wie vielleicht erwartet." Zuerst wird natürlich jeder Schüler befragt und untersucht, denn das Blut muss frei von Alkohol oder Medikamenten sein, der Schüler ein Mindestgewicht haben und auch ein vor kurzem gestochenes Tattoo ist ein Ausschlusskriterium. Rund 120 Blutspenden werden an diesem Tag im Friedrich-List-Berufskolleg abgegeben.

Angelika Witoch hat überall Werbung gemacht. "Man wird da manchmal richtig missionarisch", gibt sie lachend zu. Schließlich werde das Blut dringend gebraucht. "Es gibt in Deutschland Leute, die nicht operiert werden können, weil die Blutkonserven fehlen", sagt sie. Wurden früher die Blutkonserven vor allem bei Unfallopfern eingesetzt, hat sich der Einsatzbereich erweitert. "Viele Blutkonserven gehen in die Krebstherapie", erklärt Andrea Kraemer. So sei jede Spende wichtig, gerade im Hinblick auf die Sommerferien. "Da wird es jedes Jahr eng."

Adelina Waal und Jeta Jashari sind dem Aufruf zum Blutspenden gefolgt. "Ich habe schon einmal Blut gespendet", sagt Jeta. Sie kennt auch ihre Blutgruppe. "0 positiv." Adelina spendet zum ersten Mal ihr Blut. "Wir wollen den Menschen helfen", betonen beide. Adelina weiß, dass Blutkonserven Leben retten. "Meine Schwester brauchte 25 Liter Blut."

Die beiden sind sehr engagiert und nicht nur zum Blutspenden gekommen. "Wir wollen uns auch für die Knochenmarkspende anmelden", sagt Adelina. So zieht der Blutspendetermin am Berufskolleg seine Kreise, wie Angelika Witoch sagt: "Durch die Blutspende bekommt man ein Verantwortungsgefühl für die Mitmenschen."

(sue)
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