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Solingen
Schüler erarbeiten Zeitzeugentheater

Solingen. Zwölftklässler des Projektkurses führen ihr Stück in der Mensa der Alexander-Coppel-Schule auf. Von Günter Tewes

Es ist ein spannendes Unterrichtsprojekt. 20 Zwölftklässler der Alexander-Coppel-Gesamtschule befassen sich seit Beginn des Unterrichtsjahres mit Biografien jüdischer Mitbürger und deren Erlebnissen in der Zeit des NS-Regimes. Die Oberstufenschüler arbeiteten die politischen Umstände der Zeit zwischen 1933 und 1945 auf, und sie führten Interviews mit drei Zeitzeugen. Daraus entstanden Dialoge, versehen mit den Kommentaren zu den politischen Ereignissen, um sie szenisch darzustellen. Premiere des Zeitzeugentheaters des Projektkurses der Jahrgangsstufe Q1 ist am Donnerstag nächster Woche. Die Aufführung am 19. Mai in der Mensa der Gesamtschule mit dem Eingang Robert-Koch-Straße beginnt um 19 Uhr.

Auch die drei Zeitzeugen werden sich das Stück anschauen. "Die Schüler haben in diesem Projektkurs sehr intensive Erfahrungen auf verschiedenen Ebenen gesammelt", berichtet Projektleiterin Suse Pless. Dazu gehören neben historischen Kenntnissen und dem persönlichen Kontakt mit den Zeitzeugen auch die Erweiterung ihrer Fähigkeiten im schriftstellerischen und schauspielerischen Bereich. "Nachdem sie den Weg von der ersten Idee bis zu der aufführungsreifen Umsetzung mit Kostümen, Requisiten, Musik, Text und Gesamtorganisation selber gegangen sind, können sie Theater, Film und Fernsehen viel besser bewerten."

Nach den Worten von Suse Pless steht das Projekt in engem Zusammenhang mit dem Schulprogramm. Bereits 1987 übernahmen Schüler der Gesamtschule im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft die Pflege des jüdischen Friedhofs am Estherweg und halten seither den Kontakt zu den Nachfahren ehemaliger Solinger Juden. "Als Schule gegen Rassismus sehen wir uns verpflichtet, dem Gedanken des ,Nie wieder' Rechnung zu tragen, indem wir die Erinnerung an die Judenverfolgung und den Holocaust wach halten", betont Projektleiterin Pless.

Seit 22 Jahren besteht ein regelmäßiger Schüleraustausch mit der Partnerschule in Ness Ziona. Einige Zwölftklässler des Projektkurses waren auch vor zwei Jahren im Rahmen des Austausches in Israel, wo sie bereits Kontakt mit Holocaust-Überlebenden knüpfen konnten.

Quelle: RP
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