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Solingen
Schüler früh für Berufe begeistern

Solingen: Schüler früh für Berufe begeistern
Peter Niegeloh, Produktionsleiter beim Systembau-Technikunternehmen Item, erzählt den Kindern aus der 6a von seinem Arbeitsalltag. Dass Eltern den Schülern ihren Job vorstellen, gehört zur Berufsvorbereitung an der Sekundarschule. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Die Sekundarschule startet bereits in Klasse 5 mit der Berufsvorbereitung. Dabei wirken auch Eltern mit. Von Günter Tewes

Peter Niegeloh weiß, von welchem Beruf er spricht: Es ist sein eigener. Der Vater einer Mitschülerin der Sechstklässler in der Sekundarschule Solingen erzählt von seinem ganz persönlichen Weg, wie er nach der Fachausbildung im Metallbereich den Weg zum Maschinenbautechniker eingeschlagen hat, und der Produktionsleiter beim Systembau-Technikunternehmen Item schildert die Anforderungen in seinem Berufsalltag. Dabei kommt es auch auf Teamgeist an. "Wir arbeiten mit den Menschen", sagt Niegeloh, und die Kinder der 6a an der Guntherstraße lauschen interessiert. Rolf Hußels hatte den Schülern zuvor bereits die traditionelle Fertigung der Solinger Qualitätsmesser mit dem Reiden und Ausmachen vorgestellt.

Dass Eltern den Schülern der Sekundarschule ihre Berufe präsentieren und so noch einmal eine ganz andere Perspektive eröffnen, gehört zum Unterrichtsprofil an der Guntherstraße. "Wir holen Eltern mit ins Boot", erklärt Bettina Matz-Behrendt, Berufswahlkoordinatorin der Sekundarschule. In den Klassen 6 und 7 soll dies in Zukunft möglichst wöchentlich während einer Unterrichtsstunde stattfinden. Wie Matz-Behrendt betont, hat sich die Sekundarschule auf die Fahne geschrieben, die Berufswahl der Schüler bereits in Klasse 5 zu starten und und auch im sechsten und siebten Schuljahr weiter aufzubauen. "Wenn die Schüler dann in den Klassen 8 und 9 ins Praktikum gehen, haben sie schon ein ganzes Paket an Berufen mitbekommen", sagt die Lehrerin. Zumal gerade die jüngeren Kinder noch einmal ganz anderes interessiert und motiviert sind als später in der Pubertät. Dann wird es naturgemäß schwieriger, Schüler derart zu begeistern. Während einer Projektwoche lernen die Fünftklässler zunächst die Berufe aus der nächsten Umgebung kennen: den Biologen sowie Garten- und Landschaftsbauer im Botanischen Garten, den Tierpfleger im Wuppertaler Zoo, den Landwirt auf dem Hof oder den Förster bei einem Besuch der Waldschule. In Klasse 6 während der Projektwoche dreht es sich dann um Berufe im Wandel der Zeit mit Betriebsbesichtigungen und der Aufarbeitung durch Referate. Dies wird im siebten Schuljahr intensiviert.

Die Sekundarschule mit derzeit rund 280 Schülern läuft jetzt im dritten Jahr und wird mit den neuen Fünftklässlern im neuen Schuljahr weiter aufgebaut. Das Konzept ist darauf ausgelegt, dass sich die Schüler nicht bereits ab Klasse 5 beweisen müssen, sondern durchaus erst später - je nach persönlicher Entwicklung und angespornt durch ein konkretes Berufsziel. Besonderheit: Sekundarschüler, die den Weg zum Abitur einschlagen wollen, haben nach dem Abschluss in Klasse 10 einen Platz in den Oberstufen der Berufskollegs, des Gymnasiums Vogelsang sowie der Gesamtschule Höhscheid garantiert, die Kooperationspartner sind.

Quelle: RP
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