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Solingen
Schüler helfen bei Computer, Handy und Co.

Solingen: Schüler helfen bei Computer, Handy und Co.
Lehrer Wolfgang auf dem Graben hat mit der Schülerfirma "August Computerkurse" der August-Dicke-Schule eine spannende Geschäftsidee entwickelt. Die Jugendlichen helfen Älteren beim Umgang mit der neuen Technik. FOTO: Martin Kempner
Solingen. An der August-Dicke-Schule haben zwölf Schüler eine Firma gegründet. Diese besucht Bürger zu Hause und hilft bei Problemen mit Computer und Handy weiter. Die Schülerfirma ist eine Alternative zum regulären Unterricht. Von Benjamin Dresen

Ältere Menschen entdecken Computer, Tablets und Smartphones mitunter gerade erst für sich. Da ist oft guter Rat gefragt. Die Schülerfirma der August-Dicke-Schule mit dem Namen "August Computerkurse" hilft beim Umgang mit der neuen Technik. Seit Beginn des Schuljahres im Herbst 2015 boten die Schüler im Computerraum der Schule Kurse an, die gut angenommen wurden. Die Teilnehmer brachten sogar ihre Tablets und Smartphones mit, um sie sich erklären zu lassen.

Dabei stellte sich heraus: Viele konkrete Fragen lassen sich besser vor Ort zu Hause beantworten. Wie funktioniert der Drucker? Woher bekomme ich eine E-Mail-Adresse? Was bedeutet diese Fehlermeldung? "Wir machen jetzt Hausbesuche für spezielle Probleme, um besser darauf eingehen zu können", erklärt Murat Tunc. Bei ihren Besuchen erklären die Schüler den zumeist älteren Kunden, wie sie sich sicher im Internet bewegen. Sie prüfen, ob ein aktuelles Antivirenprogramm auf dem Computer installiert ist und klären über sichere und gefährliche Internetseiten auf. Auf Wunsch gehen die Schüler auf die Text- und Datenverarbeitungsprogramme Word und Excel ein oder erstellen ein Konto beim Videoportal Youtube.

Die Schülerfirma ist für die Elftklässler als Projektkurs eine Alternative zum normalen Unterricht, und natürlich gibt es auch hierfür eine Note. "Wir bekommen Einblick in den Aufbau einer Firma und müssen alles selbst regeln, zum Beispiel das Marketing oder die Finanzen", erklärt Ivo Lux den besonderen Reiz. "Wir können unseren Unterricht selbst gestalten, eine Idee entwickeln und planen, was wir machen", sagt Tom Kotulla. Eine zweite Schülerfirma der August-Dicke-Schule arbeitet in der Betreuung von Flüchtlingen in Schule und Freizeit.

Die Schülerfirma "August Computerkurse" funktioniert wie ein kleines Unternehmen. Am Beginn des Schuljahres entwickelten die zwölf Schüler ihre Geschäftsidee und besetzten die wichtigen Positionen: Mats Anstrup leitet als Vorstand das Unternehmen, Tom Kotulla muss als Finanzdirektor das Lohnbuch führen, Matthias Geisbüsch ist in der Verwaltung für Buchführung und Protokolle zuständig, Murat Tunc sorgt für das Marketing und Constantin Biren ist Technischer Direktor. Gemeinsam treffen sie alle unternehmerischen Entscheidungen. Mathematiklehrer Wolfgang auf dem Graben hält sich als Aufsichtsrat weitgehend heraus.

Alle Ein- und Ausgaben der "August Computerkurse" passieren mit echtem Geld. Die Schüler erhalten einen symbolischen Stundenlohn von 50 Cent und sind Anteilseigner ihrer Firma. Auch Steuern sind fällig: Das Institut der deutschen Wirtschaft als Anbieter des Schülerfirmen-Konzepts betreut die Schüler, gibt ihnen Rückmeldungen und erhält dafür eine Gebühr.

Quelle: RP
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