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Solingen
Schüler setzen Zeichen gegen Rassismus

Solingen: Schüler setzen Zeichen gegen Rassismus
Die Antirassismus AG des August-Dicke-Gymnasiums gestaltete die Skulptur auf dem Schulhof neu. FOTO: Kempner Martin
Solingen. Mit einem Kunstprojekt auf dem Pausenhof haben Schüler der "Antirassismus AG" am August-Dicke-Gymnasium ihre Botschaft verbreitet: "Kein Platz für Rassismus an unserer Schule". Von Daniel Kuschwart

Im Rahmen des Schulfestes an der August-Dicke-Schule (ADS) nahmen sich die 16 Schüler der "Antirassismus AG" die Neugestaltung ihres "Wurms" vor. Durch verblasste Farben, Beschädigungen und Schmierereien passte die Skulptur auf dem Pausenhof an der Schützenstraße nicht mehr so richtig ins Schulbild.

Schon Monate zuvor hatten die Planungen begonnen, nun wurde das Projekt abgeschlossen. Neben Ausmessungen zur Bestimmung der Flächengröße, dem Materialeinkauf und weiteren Aufgaben war den Schülern der AG vor allem eins wichtig: "Welche Intention wollen wir vermitteln, und wie machen wir das ?"

"Wir haben uns für weiße Skelette entschieden, mit buntem Herz und Schriftzug. Jeder Mensch ist im Inneren gleich, daher das Skelett", erklärt Lehrerin Kim Federiconi, die das Projekt geleitet hat. Stundenlang spachtelten und grundierten die Schüler während der Projektwoche, schnitten Vorlagen aus und behoben kleinere Fehler. Durch eine aufwändige Bemalung mit Spraydosen und Schablonen bekam der "Wurm" Farbe und eine besondere Bedeutung.

"Rassismus, egal welcher Art, hat nirgendwo etwas zu suchen, vor allem aber nicht in der Schule", heißt es bei der Schüler-AG. Auch mögliche Missverständnisse durch die Skelette wurden beseitigt: "Nachdem wir fertig waren, verstanden selbst die Kleinen unsere Intention und fanden das Projekt richtig gut", sagt Danny Reumschüssel. "Ohne bestimmte Schüler wäre das ganze Graffiti nicht so geworden, wie es jetzt ist", bedankt sich Kim Federiconi. Schulleiterin Monika Schneider ist überrascht über die kreative und künstlerische Raffinesse: "Ich habe nie an dem Projekt gezweifelt und sie immer bei ihrem Einsatz unterstützt. Das Resultat kann und soll sich sehen lassen." Die Rektorin findet das Gestaltungsergebnis "sehr einladend zur Reflexion und zum Nachdenken". Das Projekt würde sehr gut in das Gesamtkonzept der AG und der Schule passen und nun einen wesentlichen Bestandteil des Ganzen bilden. Durch das Projekt möchte die ADS, auch in Bezug auf die politische und gesellschaftliche Situation, ein Zeichen für Gleichheit und Humanität setzen.

Neben verschiedenen Auszeichnungen möchte sich das Gymnasium nun auch um das Zertifikat "Schulen ohne Rassismus - Schule mit Courage" bemühen. "Das packen wir auch noch", lautet der Tenor. Die Mitschüler engagieren sich bereits unter anderem für die Integration von Flüchtlingen. So verkauften die Jugendlichen mit Unterstützung hiesiger Firmen Solinger Messer. Der Erlös kommt der Seiteneinsteigerklasse an der ADS zugute. Weitere Projekte im neuen Unterrichtsjahr nach den Sommerferien sind schon angedacht.

Quelle: RP
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