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Solingen
Schüler wollen Wahlbeteiligung stärken

Solingen: Schüler wollen Wahlbeteiligung stärken
Frank Feller ist der Oberbürgermeister-Kandidat der CDU. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Die Schüler der Jahrgangsstufen 11 bis 13 der Friedrich-Albert-Lange-Gesamtschule diskutierten gestern mit den beiden Oberbürgermeister-Kandidaten Frank Feller (CDU) und Tim Kurzbach (SPD/Grüne). Am Sonntag ist Stichwahl. Von Uwe Vetter

Die äußerst geringe Beteiligung bei der Oberbürgermeister-Wahl am 13. September ist den Schülern der Friedrich-Albert-Lange-Gesamtschule (FALS) nicht verborgen geblieben. Gerade einmal etwas mehr als 36 Prozent waren vor eineinhalb Wochen zur Wahl gegangen. Für FALS-Schülersprecher Enrico Romano viel zu wenig.

Tim Kurzbach tritt für SPD und Grüne für den Chefposten der Verwaltung an. FOTO: Kempner, Martin (mak)

Von daher wollten die Schülervertretung und die Lehrer um Schulleiter Peter Wirtz mit Blick auf die Stichwahl am kommenden Sonntag, 27. September, etwas daran ändern und luden gestern kurzfristig die zwei verbliebenen Bewerber für den städtischen Chefposten im Rathaus zu einer Podiumsdiskussion ins Pädagogische Zentrum der Walder Schule ein. Die Schüler der Jahrgangsstufen 11 bis 13 hatten so Gelegenheit, hautnah Ansichten der beiden Kandidaten Tim Kurzbach (SPD/Grüne) und Frank Feller (CDU) kennenzulernen - und sich Entscheidungshilfen für die Wahl am Sonntag einzuholen.

"Bewegungsspielräume schaffen und gleichzeitig dafür sorgen, einen ausgeglichenen Haushalt hinzubekommen" - für Frank Feller ist dies das wichtigste Ziel, sollte er Oberbürgermeister werden. Tim Kurzbach will "gezielte Investitionen in Bildung und Schulen, die nicht im perfekten Zustand sind" ermöglichen. Ein Kaputtsparen dürfe es nicht geben.

Aber auch zur städtischen Infrastruktur, zu Sicherheitsaspekten am Grafen, zu Bus- und Bahnverkehr, zum Leerstand der Clemens-Galerien oder dem weiter nicht realisierten Q-Quartier in Ohligs sowie Gewerbeansiedlungen stellten die Schülerinnen und Schüler Fragen. "Brachen entwickeln vor neuen Gewerbegebieten" - für die beiden Kandidaten gilt hier grundsätzlich diese Reihenfolge. Den Nachtexpress ausbauen? Frank Feller ist der Meinung, dass sich dies auch wirtschaftlich rechnen müsse. Das sei oberstes Gebot. Dagegen will Kurzbach den Nachtexpress noch attraktiver machen, über Frequenzen und Streckenführung reden.

Auch zu Wirtschaft und Industrie wollten die Schüler die Ansichten der OB-Kandidaten hören. So will Tim Kurzbach beispielsweise eine Marketinggesellschaft innerhalb der Stadtverwaltung gründen, die Ansprechpartner für die Firmen ist und nicht nur wie die bisherige Wirtschaftsförderung lediglich Flächen an- und verkauft. "Es muss eine Strategie für die Zukunft entwickelt werden", sagte Kurzbach. "Und es müssen neue Firmen angesiedelt werden, die sich mit Zukunftstechnologien beschäftigen". Keine neue Gesellschaft gründen will dagegen Frank Feller. "Die Wirtschaft braucht passgenaue Lösungen. Die Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Stadtmarketing müssen dafür sorgen und es den Unternehmen ermöglichen, in der Stadt zu investieren." Wie Kurzbach und Feller zur Flüchtlingssituation stehen? Dies war ebenfalls ein Themenschwerpunkt. "Wir sind verpflichtet zu helfen. Alle sind dazu aufgerufen", sagte Frank Feller und forderte die Schüler auf, ebenfalls etwas zu tun und sei es, wenn sie beispielsweise Kleidung den Flüchtlingen übergeben würden.

Als "riesige Aufgabe, bei der wir erst am Anfang stehen", bezeichnete Tim Kurzbach die Flüchtlingslage. "Die Unterbringung in Turnhallen muss ein Ende haben", sagte er. "Wir müssen Bildung, Sprache und Arbeit vermitteln". Jeder könne dazu etwas leisten, und mit Blick auf die Schüler der Walder Gesamtschule ergänzte der Kandidat von SPD und Grünen, Zeit für Flüchtlinge aufzubringen und mit ihnen das Gespräch zu suchen. "Es sind Menschen zu uns nach Solingen gekommen, denen wir menschlich begegnen müssen", so Tim Kurzbach.

Für FALS-Schulleiter Peter Wirtz war die von den Schülern der Oberstufe gewünschte Podiumsdiskussion eine gute Entscheidungshilfe. Er sprach deshalb gar von einer Pflicht, am kommenden Sonntag wählen zu gehen. "Wer nicht wählen geht, der sollte sich schämen", sagte Peter Wirtz.

Quelle: RP
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