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Solingen
Schulen wollen gemeinsam neue Wege gehen

Solingen: Schulen wollen gemeinsam neue Wege gehen
Beim ersten Schuljahresempfang tauschten sich mehr als 100 Gäste über die Zukunft der Schulgestaltung und aktuelle Probleme aus. FOTO: Köhlen, Stephan (TEPH)
Solingen. Mit mehr als 100 Gästen, darunter Ludwig Hecke, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Weiterbildung, Oberbürgermeister Tim Kurzbach auf seinem ersten offiziellen Termin, Ratspolitikern sowie Lehrern, Schulleitern und Vertretern der Schulpflegschaften hat der erste Schuljahresempfang der Solinger Schulen am Samstag Premiere gefeiert. Von Maxine Herder

Es geht den Organisatoren vom Sprecherrat der Rektoren bei der Veranstaltung, die künftig jährlich stattfinden soll, um Vernetzung und Dialog: "Die Schullandschaft hat sich sehr verändert", sagte Gabriele Stobbe-Dibbert, Schulleiterin des Mildred-Scheel-Berufskollegs, in der Begrüßung.

Aktuelle Themen wie die Flüchtlingskrise beschäftigten auch die Schulen. "Hier sind alle Schulformen mit ihrer pädagogischen Arbeit gefragt." Den Bildungsstandort Solingen voranzubringen, um den Wirtschaftsstandort weiter zu attraktivieren, müsse in hohem Maße auch im Interesse der Stadt sein, so Stobbe-Dibbert weiter. "Wir sind sehr motiviert, querzudenken, neue Wege zu gehen und mehr Verantwortung zu übernehmen, um die Chancen unserer Kinder und Jugendlichen zu verbessern."

Die Idee der Veranstaltung kam an. "Ich finde es gut, dass die Veranstaltung, bei der sehr viele für die Schulpolitik wichtige Menschen zusammenkommen, jetzt zum ersten Mal stattfindet", sagte Wolfgang Sinkwitz, Vorsitzender der Stadt-Schulpflegschaft - zumal es etliche Themen gibt, die den Akteuren unter den Nägeln brennen: "Meines Erachtens sind die größten Probleme der Unterrichtsausfall, das Thema Inklusion, das nicht so funktioniert, wie es sollte, aber auch die Integration junger Flüchtlinge in die Schulen. Hier gibt es noch keine optimale Lösung", so Elternvertreter Sinkwitz weiter.

"Die Schullandschaft muss sich auf die sich verändernden gesellschaftlichen Probleme einstellen. Hier kann man sich austauschen, so muss nicht jede Schule ihr eigenes Süppchen kochen", sagte Birgit Brillowski, Vorsitzende der Schulpflegschaft an der Alexander-Coppel-Gesamtschule. Der Lehrermangel, sagen Brillowski und Michael Webers, stellvertretender Schulpflegschaftsvorsitzender der Gesamtschule an der Wupperstraße, sei aktuell das drängendste Thema. Aber auch die Inklusion in den Schulen bereite viele Probleme.

"Ich erhoffe mir von der Veranstaltung mehr Informationen, wie die Lage an den Schulen ist und Aussagen dazu, wie das Ministerium sich den Umgang mit dem Lehrermangel vorstellt", so Webers. Die Möglichkeit zum Austausch gab es dabei in einer großen Podiumsdiskussion, an der neben dem Staatssekretär auch der Oberbürgermeister und Vertreter der Schulen teilnahmen.

Wichtige Denkanstöße lieferte Schulforscher Professor Klaus Klemm, der in seinem Vortrag zum Thema "Selbstständige Schule als Motor der regionalen Schulentwicklung - Die Kunst der Entfesselung" deutlich für mehr Selbstständigkeit der Schulen plädierte. "Regionale Herausforderungen erfordern regionale Antworten von selbstständig agierenden Akteuren", so Klemm.

Quelle: RP
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