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Solingen
Schulkinder gestalten Wörterbuch

Solingen. Autorin und Illustratorin Anna Karina Birkenstock leitete in der Grundschule Schützenstraße einen Kurs zum Thema "Heimat in der Fremde". Von Alexander Riedel

Ein weltumspannendes Symbol war schnell gefunden: Auf die Frage, wie sie ihren Altersgenossen in verschiedenen Kulturkreisen verdeutlichen könnten, dass ihnen etwas besonders gut gefällt, riefen die Schüler wie im Chor: "Mit einem Herz!" Die Solinger Kinderbuchautorin und -illustratorin Anna Karina Birkenstock (40) stattete jetzt der Grundschule Schützenstraße zum dritten Mal binnen einer Woche einen Besuch ab - aber nicht in erster Linie, um sich und ihre Bücher vorzustellen: Unter dem Themenschwerpunkt "Heimat in der Fremde" suchte sie gemeinsam mit Zweit- und Drittklässlern nach Wegen, sich über Sprachbarrieren hinweg zu verständigen und das Erlernen einer anderen Sprache zu vereinfachen.

Eines ihrer Projekte ist dabei das "Willkommmens-ABC", das sich an Flüchtlinge richtet. Gestaltet von 26 Illustratoren sollen die passenden Bilder den jeweiligen deutschen Begriff erklären. Und genau das ist nicht immer einfach: So lässt die Zeichnung einer Banane, eines Stuhls oder einer Brille über dem entsprechenden deutschen Wort wohl kaum eine andere Deutung zu. Doch was, wenn der Illustrator einen "Freund", "Lehrer" oder gar das "Leibgericht" bildlich darstellen soll? "Können alle Kinder etwas mit einem Schneemann anfangen?" lautete einer der klassischen Fragen, mit denen Birkenstock die aufmerksamen Schulkinder konfrontierte.

Die reagierten mit kreativen Lösungen für ein eigenes Wörterbuch: "Ein paar Jungs haben sogar ein Star Wars-Wörterbuch gemalt", erzählte Birkenstock. An der Tafel sammelte sie die Ideen der Kinder zu wichtigen Begriffen, die man Einwanderern vermitteln könnte, darunter Worte aus Bereichen wie Familie, Hobbies oder Spiele. Dann nahmen die Schüler selbst Stift und Papier zur Hand.

"Die Kinder sollen ein persönliches Aha-Erlebnis haben und ein Wörterbuch gestalten, das sie selbst im Gespräch mit Gleichaltrigen aus anderen Sprachräumen anwenden können", erklärte Birkenstock das Ziel des Workshops, der zwei Schulstunden umfasste. Auch die andere Perspektive hat die Illustratorin kennengelernt: "Ich habe auch schon mit Kindern in Flüchtlingsunterkünften gemalt", berichtete sie.

Angeboten wurde der Workshop vom Friedrich-Bödecker-Kreis, der sich für die Schreib- und Leseförderung von Kindern und Jugendlichen einsetzt. "Bei uns finden regelmäßig ähnliche Veranstaltungen zur Leseförderung statt", betonte Kathrin Pütt-Fengler, Leiterin der Grundschule Schützenstraße. Und Christiane Lorenz, Vorsitzende des Friedrich-Bödecker-Kreises NRW, erinnerte sich: "Was mir aus dem Unterricht am meisten im Gedächtnis geblieben ist, ist der Besuch eines Autors."

Quelle: RP
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