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Solingen
Schulstart: Polizei sagt Rasern Kampf an

Solingen: Schulstart: Polizei sagt Rasern Kampf an
Ins Visier genommen: Raser sollen vor allem vor Schulen sprichwörtlich ausgebremst werden. FOTO: Janicki (Archiv)
Solingen. Mit Ende der Ferien wird wieder öfter vor Schulen geblitzt. Zwar sanken die Unfallzahlen von Kindern zuletzt. Doch Entwarnung will die Polizei nicht geben. Immer noch fahren viele Autofahrer zu schnell. Auch Eltern stehen im Fokus. Von Martin Oberpriller und Günter Tewes

Die Zahlen waren zuletzt deutlich rückläufig. Bei Verkehrsunfällen wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf Solinger Straßen insgesamt neun Kinder unter 14 Jahren verletzt - mithin ein Rückgang um knapp 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2015, als die Polizei noch 13 verletzte Mädchen und Jungen hatte registrieren müssen.

Trotzdem wollen die Beamten im Verkehrskommissariat des auch für die Klingenstadt zuständigen Polizeipräsidiums Wuppertal keine Entwarnung geben. Denn erfahrungsgemäß kommt es in den ersten Wochen nach den Ferien immer wieder zu brenzligen Situationen mit Kindern im Straßenverkehr. Wobei die Gefahr in diesem Herbst in Solingen sogar noch zunehmen könnte, liegt der Anteil der i-Dötzchen ab dem neuen Schuljahr, das in der kommenden Woche startet, diesmal doch entschieden höher als vor Jahresfrist.

Von den ungefähr 21.000 Schülern in ganz Solingen werden genau 1371 Mädchen sowie Jungen - und damit rund 100 Kinder mehr als 2015/16 - die erste Klasse besuchen, weswegen sich Autofahrer in den folgenden Wochen auf verstärkte Geschwindigkeitskontrollen an allen Schulen einstellen müssen. Und zudem gibt die Polizei bereits morgen zwischen 10 und 14 Uhr Kindern sowie deren Eltern an der Kölner Straße in der City, direkt vor dem Einkaufszentrum Hofgarten, Tipps, wie Unfälle vermieden werden können.

Das kündigte der Verkehrssicherheitsberater der Solinger Polizei, Thomas Müller, gestern im Gespräch mit unserer Redaktion an. Dabei erfolgt vor allem die Kampfansage an die Verkehrsrowdys nicht ohne Grund, ist doch die von der Polizei geforderte Vorbildfunktion der Erwachsenen bei vielen Verkehrsteilnehmern oft nichts weiter als graue Theorie.

Mobiltelefone am Ohr, Navigationsgeräte, die während der Fahrt programmiert werden, und zu hohes Tempo - die Liste von Verfehlungen am Steuer ist lang. Wobei auch die Eltern selbst Adressaten für die Polizei sind, wenn es darum geht, die Sicherheit vor Schulen zu erhöhen. So bereiten den zuständigen Beamten etwa die sogenannten Elterntaxis nach wie vor große Sorgen, da durch das Hinbringen beziehungsweise Abholen der Kinder stets aufs Neue Gefährdungen entstehen.

"Die Grundregel ist, dass Eltern oder andere Autofahrer die Welt einmal aus Kinderaugen betrachten", sagte Thomas Müller. Darum will der Verkehrssicherheitsberater der Polizei bei der Aktion am Freitag in der Innenstadt ein Hauptaugenmerk vor allem auf eine entsprechende Sensibilisierung der Erwachsenen legen. So bekommen die Eltern der Kinder dann nicht nur reflektierende Kleidungsstücke sowie Tornister vorgeführt, sondern sie sollen zudem lernen, wie wenig kleine Kinder zum Beispiel zwischen parkenden Autos zu sehen imstande sind.

Tatsächlich rät die Polizei, die Entscheidung, ab wann Mädchen und Jungen allein zur Schule gehen, von den individuellen Fähigkeiten abhängig zu machen. Aufpassen müssen die Autofahrer aber allemal auch bei älteren Kindern jenseits der ersten Klasse. "Denn eine vollständige Verkehrsreife ist erst zwischen 12 und 14 Jahren gegeben", betonte Verkehrsexperte Müller.

Quelle: RP
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