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Solingen
"Schutzpolizei" vor giftigen Algen

Solingen. Das Wasserwerk Glüder bekommt für drei Millionen Euro eine neue Vorfiltration. Erste Filter wurden gestern eingebaut. Von Uwe Vetter

Die beiden Kräne sind in Position und nehmen den gut acht Meter hohen Silo an den Haken. Mit einem Schwerlasttransporter war der gestern Morgen den engen Weg zum Wasserwerk Glüder transportiert worden. Über das Dach des Erweiterungsbaus wird der große, 16 Tonnen schwere Filter nun in die Halle gehoben und montiert. "Weitere sechs dieser Filterkessel kommen heute und Anfang nächster Woche", sagen Norbert Feldmann, Leiter Wassermanagement der Stadtwerke, und Wasserwerksmeister Andreas Mokros. Gefüllt mit Wasser wiegen die Filter immerhin rund 75 Tonnen - "von daher mussten wir den Boden stabilisieren, bevor wir den Erweiterungsbau in Angriff nehmen konnten", so Mokros.

Im Herbst 2015 wurde mit dem vom Solinger Architekten Kai Schüttler konzipierten Erweiterungsbau begonnen, nun werden die vorhandenen Filterstufen des Wasserwerks um eine neue Vorfiltration und eine Pulveraktivkohle-Filteranlage ergänzt. "Diese Anlage entsorgt größere Verunreinigungen", erklärt Feldmann. Sie sei zudem auch eine Art "Schutzpolizei" vor Algen, so Mokros, die toxisch, also giftig sein könnten. "2013 hat uns die Burgunder Blutalge schwer zu schaffen gemacht", sagen die beiden Wasserexperten. "Das war letztlich auch der Anlass zur Investition in das Wasserwerk Glüder", sagt Norbert Feldmann mit Blick auf rund drei Millionen Euro, die jetzt in die Erweiterung des Wasserwerks gesteckt werden.

Die neue Vorfiltration entfernt nämlich einen Großteil der auftretenden Algen. Und die Aktivkohlefilteranlage bindet die möglichen Schadstoffe. Ziel aller derzeitigen Arbeiten in Glüder ist es, die gewohnt hohe Qualität auch bei steigenden Anforderungen an die Rohwasseraufbereitung in der Zukunft zu gewährleisten.

Gut acht Meter hoch ist der Filterkessel, der gestern Morgen in die erst vor kurzem fertiggestellte neue Halle gehievt worden ist. Im Spätsommer/Herbst dieses Jahres soll die komplette Anlage in Betrieb gehen. Sind alle Filter drin, beginnt die Installation der Verfahrenstechnik.

Dann kommt das Wasser aus der Talsperre über ein Rohrsystem von der alten Halle des Wasserwerks zunächst in die neu aufgestellten Filter. Das Wasser wird schließlich aufbereitet und in die Hochbehälteranlage Krahenhöhe hochgepumpt. Von dort geht es in die Solinger Haushalte. "Täglich werden aus Glüder 15.000 Kubikmeter Wasser ins Solinger Netz gepumpt", sagt Norbert Feldmann. Gut 600 Kilometer lang ist dieses Ringleitungssystem.

Zwischen 5,5 und sechs Millionen Kubikmeter Wasser werden im Jahr im Wasserwerk Glüder produziert. "Noch einmal so viel kommt über den Bergischen Trinkwasserverbund der Großen Dhünn-Talsperre hinzu", sagt der Leiter des Wassermanagements. Dafür steht eine Hochbehälteranlage an der Lützowstraße zur Verfügung.

Rund 7,5 Millionen Kubikmeter Wasser werden in Solingen jährlich verbraucht - mit 2,5 Millionen Kubikmeter Wasser wird Haan versorgt. Das heißt, Solingen bekommt fast ausschließlich Trinkwasser aus der Talsperre. "Das Wasserwerk Baumberg ist für Notfälle gedacht", sagt Norbert Feldmann.

Quelle: RP
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