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Solingen
Seit 90 Jahren helfen die evangelischen Frauen

Solingen. Mehr als 300 Frauen sind derzeit aktiv. Bei den Treffen wird ein Referent eingeladen, der für Gesprächsthemen sorgt. Von Sandra Grünwald

Angefangen hat alles, als Probst Hermann von der Golst im Jahr 1890 in Berlin die "Frauenhülfe" gründete. Bereits neun Jahre später wurde dann die "Evangelische Frauenhilfe" unter der Schirmherrschaft von Kaiserin Auguste Viktoria gegründet. "Das ging zurück auf die Gründerzeit", erzählt Lore Kluth, Vorsitzende des Kreisverbandes Solingen der Evangelischen Frauenhilfe. "Damals wurden viele Mietshäuser gebaut und die Männer trugen ihr Geld lieber ins Wirtshaus anstatt nach Hause." Die Evangelische Frauenhilfe wollte die Frauen stärken.

Da zu dieser Zeit auch viel Armut herrschte, machte es sich die Frauenhilfe ebenfalls zur Aufgabe, Menschen in Notlagen zu unterstützen. "Es wurden Kleider genäht für Konfirmandinnen", sagt Lore Kluth, "überhaupt alles, was man mit Stoff machen kann." So wurde für das tägliche Leben gesorgt. Auch in Solingen gründete sich die Evangelische Frauenhilfe - genau vor 90 Jahren. "Die haben damals etwas Großartiges gemacht, die Frauen, die das hier gegründet haben", sagt Lore Kluth begeistert. Auch in Solingen gab es Notstände, bei welchen die Frauen halfen, angetrieben von ihrer Nächstenliebe.

Doch auch für das Gemeindeleben waren und sind sie eine Stütze. Ortsgruppen in Gräfrath, Ketzberg, Wald, Merscheid, Höhscheid, Ohligs und Rupelrath wurden ins Leben gerufen. Heute sind noch neun Ortsgruppen aktiv, die regelmäßig zusammenkommen. Genauso der Kreisverband. "Wir treffen uns einmal im Monat, um miteinander zu singen und zu beten", erklärt Lore Kluth. Außerdem wird immer ein Referent eingeladen, der für Gesprächsthemen sorgt. Im August wird die Migrationsberaterin Ewa Scott von der Diakonie über die Situation der Flüchtlinge in Solingen informieren.

Natürlich hat sich die Arbeit der Frauenhilfe im Laufe der Zeit verändert. "Heute tragen viele Frauen das Gemeindeblatt aus", sagt Lore Kluth, "viele basteln auch, verkaufen die Sachen und spenden den Erlös der Kirche." Was fehlt, sind junge Frauen, die sich engagieren. Insgesamt 323 Frauen sind derzeit in Solingen aktiv. Und natürlich musste das Jubiläum auch angemessen begangen werden. Nach einem Gottesdienst in der evangelischen Kirche Merscheid wurde im Gemeindesaal gefeiert. Zu Gast war Ulrike Schalenbach vom Landesverband der Frauenhilfe.

"Die Reformationsdekade steht unter dem Motto Bild und Bibel", erklärte die Referentin ihr Vortragsthema. Sie sprach über das Bild, das wir uns von Gott machen, aber auch über den Bildersturm und die heutige Bilderflut in den aktuellen Medien. Der Vortrag bewegte die Frauen noch zu angeregten Gesprächen und Diskussionen.

Quelle: RP
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