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Solingen
Selbstgebaute Kühlbox für Bierdosen legt Zugverkehr lahm

Solingen: Selbstgebaute Kühlbox für Bierdosen legt Zugverkehr lahm
Die "Kühlbox" sorgte am Donnerstag für Chaos im Zugverkehr. FOTO: Polizei
Solingen. Fahrgäste entdeckten Donnerstag Paket im RE 7. Hauptbahnhof wurde geräumt. Polizei entdeckt möglichen Verursacher auf Video. Von Martin Oberpriller

Große Aufregung am Donnerstagnachmittag am Solinger Hauptbahnhof. Nach dem Fund eines verdächtigen Paketes in einem Zug des Regionalexpress 7 wurde der Bahnhof für rund zwei Stunden gesperrt. Sprengstoffexperten untersuchten den Fund später - wobei sie am Ende aber keineswegs eine Bombe, sondern lediglich Bierdosen fanden.

Der erste Alarm erreichte die zuständigen Beamten der Bundespolizei gegen 15.40 Uhr. Fahrgäste im RE 7 hatten unter einem Sitz des Zuges den verdächtigen Gegenstand entdeckt und daraufhin zufällig in der Bahn mitreisende Bahnmitarbeiter verständigt.

Tatsächlich gab der gefundene Gegenstand zunächst allen Anlass zur Sorge. "Zum einen machte die Reisenden die Lage des Pakets unter dem Sitz stutzig", sagte später ein Sprecher der Bundespolizei im Gespräch mit unserer Redaktion. Zudem erregten aus dem auffällig beklebten Paket herausragende Metallteile sowie einige Drähte den Verdacht, es könne sich womöglich um einen gefährlichen Gegenstand handeln.

Deshalb schien äußerste Eile geboten. Die Bahnmitarbeiter begannen noch vor dem Eintreffen der Polizei damit, den Zug, der gerade im Solinger Hauptbahnhof eingefahren war, zu evakuieren. Und um etwa 16.15 Uhr wurde schließlich, nachdem die Bundespolizisten den Einsatzort erreicht hatten, auch der gesamte Bahnhof geräumt.

Daraufhin untersuchten Experten der Bundespolizei aus Düsseldorf das Paket. "Das Röntgen gestaltete sich zunächst schwierig", sagte der Bundespolizei-Sprecher. Erst als sich kein Hinweis auf Sprengstoff fand, öffneten die Experten das Paket mit der Hand - und fanden schließlich zur allgemeinen Überraschung eine Kühlbox Marke Eigenbau mit 24 Dosen Bier darin.

Gegen 18 Uhr wurde der Bahnhof wieder freigegeben. Der Zugverkehr kam aber zunächst nur langsam ans Laufen. "Es gab erhebliche Verzögerungen", hieß es vonseiten der Bundespolizei. Gegen 19 Uhr hatten die Züge am Solinger Hauptbahnhof immer noch Verspätungen von bis zu 30 Minuten.

Derweil begannen die Polizisten damit, mittels Videoaufzeichnungen aus dem Zug nach dem möglichen Auslöser des Bahn-Chaos zu suchen. Tatsächlich wurden die Beamten gestern fündig. Auf einem Video sei ein Mann zu sehen, der eine Dose Bier aus der "Kühlbox" nehme und wieder verschwinde, hieß es am Freitag bei der Bundespolizei.

Sollte die Person ermittelt werden, dürfte auf den Verursacher des Alarms jede Menge Ärger warten. So wäre unter anderem eine Anzeige wegen Eingriffs in den Schienenverkehr fällig.

Quelle: RP
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