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Solingen
Servicecenter nervt mit "langer Leitung"

Solingen: Servicecenter nervt mit "langer Leitung"
Mit diesen Plakaten warb die Stadt für die eigens für Burg eingerichtete Hotline 290-2121. Anrufer sind mit den Auskünften bisweilen unzufrieden. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Da etliche Mitarbeiter in Urlaub sind beziehungsweise krankgeschrieben wurden, bleiben Solinger Bürger, die zurzeit bei der gemeinsamen Einrichtung der bergischen Städte anrufen, bis zu acht Minuten in der Warteschleife hängen. Von Martin Oberpriller

Bürger, die in diesen Tagen die Telefonnummern des bergischen Servicecenters wählen, müssen vor allem eines mitbringen: viel Geduld. Denn nachdem sich in den zurückliegenden Wochen - zusätzlich zu den saisontypischen Urlaubsausfällen - auch noch einige Kollegen krankgemeldet haben, herrscht in der gemeinsamen Telefonzentrale der drei Städte Solingen, Wuppertal und Remscheid zurzeit eine Art personeller Notstand. Mit unangenehmen Folgen für die Anrufer, die augenblicklich bis zu acht Minuten in einer Warteschleife verbringen müssen.

Dabei ist die sprichwörtlich "lange Leitung" der Stadt aber nur ein Ärgernis. Darüber hinaus sind viele Ratsuchende nämlich über die aus ihrer Sicht unbefriedigenden Antworten sauer, die sie erhalten, wenn sie nach dem Warten doch noch mit einem Rathaus-Mitarbeiter verbunden werden. "Ich bin minutenlang einfach immer wieder weiter verbunden worden, bis ich dann am Ende entnervt aufgelegt habe", schildert zum Beispiel ein Mann seine Erfahrungen, als er zuletzt unter der städtischen Servicenummer 290-2121 eine Auskunft über Straßensperrungen in Burg einzuholen versuchte.

Tatsächlich wurde ausgerechnet diese Hotline vor einiger Zeit von der Stadt freigeschaltet, um die Bürger nach der Einrichtung der Großbaustelle in Unterburg für einen verbesserten Hochwasserschutz möglichst umfassend über die Fortschritte der Arbeiten sowie damit einhergehende Behinderungen zu informieren. Und zudem wurden unter dem Motto "Wir bauen das beste Burg!" überall in der Stadt großflächige Plakate geklebt, auf denen die Bürger aufgefordert wurden, bei Fragen einfach die 290-2121 zu wählen.

Die Werbetafeln sind inzwischen wieder aus dem Stadtbild verschwunden. Doch die Nummer ist immer noch freigeschaltet - wobei die Stadt darum bittet, bei Anfragen momentan bestimmte Tageszeiten besser zu meiden. "Vor allem zwischen 9 und 11 Uhr vormittags sind die für Solingen zuständigen Mitarbeiter des Servicecenters sehr stark beschäftigt, weil viele Bürger anrufen", sagte eine Sprecherin der Stadt gestern auf Anfrage unserer Redaktion.

Und auch an den Nachmittagen gegen 14 Uhr könnte es bisweilen zu Engpässen kommen, hieß es aus dem Rathaus, das darum empfiehlt, augenblicklich auf andere Zeiten zwischen 7 und 19 Uhr auszuweichen. "Wir gehen davon aus, dass sich die personelle Situation im Servicecenter mit dem Ende der Sommerferien in rund zwei Wochen wieder entspannt", betonte die Stadtsprecherin, die zudem darauf verwies, dass die Mitarbeiter in der Kooperationseinrichtung jeweils auf eine Kommune spezialisiert seien.

So sind für Solingen beispielsweise insgesamt neun Angestellte zuständig. Und wenn es auch so ist, dass sich die in der Summe rund 50 Kräfte des bergischen Servicecenters bei personellen Engpässen für eine Stadt - wie jetzt im Fall Solingens - gegenseitig unter die Arme greifen, lassen sich bei vielen Urlaubern und Krankmeldungen gleichzeitig doch nicht alle Ausfälle 1:1 kompensieren.

Das Servicecenter selbst ging im Jahr 2008 an den Start - zunächst allein für Wuppertal. Ein Jahr später schloss sich dann Remscheid an, ehe Solingen im Jahr 2010 dazustieß, nachdem die Räte der Nachbarstädte zuvor "Grünes Licht" für diese Erweiterung im Rahmen einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung gegeben hatten. Ziel der Kooperation ist es, im gemeinsamen Servicecenter die telefonische Erreichbarkeit und die Qualität der Auskünfte zu optimieren.

Quelle: RP
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