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Solingen
Sicherer Schulstart auf den Straßen

Solingen: Sicherer Schulstart auf den Straßen
"Runter vom Gas" - vor allem vor Grundschulen werden Autofahrer zum Unterrichtsstart nach den Sommerferien wieder zur Vorsicht gemahnt. FOTO: Mak (Archiv)
Solingen. Rund um den Schulbeginn informierte die Polizei vor dem Hofgarten. Appell an Autofahrer: "Runter vom Gas; lass die Finger vom Handy". Zum Unterrichtsstart in der nächsten Woche setzt die Stadt einen dritten Radarwagen ein. Von Günter Tewes

Sie sind mit ihren neuen Schulranzen auf dem Rücken kaum größer als ein Auto, das am Straßenrand parkt. Für rund 1300-i-Dötzchen beginnt in der kommenden Woche mit dem Unterricht auch der Schulweg, den die Kinder sicher bewältigen müssen. "Eltern machen sich immer Sorgen, nicht nur bei den Erstklässlern", erleben die Verkehrserzieher der Polizei.

Katrin Grastat, Thomas Müller und Uli Schmidt legen ihnen ans Herz, den künftigen Schulweg der neuen i-Dötzchen zuvor gemeinsam abzugehen, um selbst zu erleben, an welcher Stelle eine Gefahrensituation entstehen könnte: "Das ist ganz wichtig." Denn für einen sicheren Schulstart im Straßenverkehr kommt es auch darauf an, als Erwachsener den Schulweg einmal mit Kinderaugen wahrzunehmen. So können die Eltern ihre Kinder auf heikle Stellen aufmerksam machen, Hauseinfahrten beispielsweise.

Auch in der ersten Unterrichtszeit könnten Eltern die Erstklässler noch begleiten, aber möglichst nicht länger als sechs Wochen, sagt Katrin Grastat. Zumindest Teilstrecken sollten ihnen dann zugemutet werden. "Eltern müssen ihren Kindern auch etwas zutrauen und loslassen", sagt die Polizei-Verkehrserzieherin.

Katrin Grastat und Uli Schmidt informierten jetzt vor dem Hofgarten in der City rund um den sicheren Schulstart. Dazu gehören auch reflektierende Kleidung sowie ein reflektierender Tornister. Dunkle Kleidung leuchtet 25 Meter weit, helle 70, reflektierende Stoffe leuchten indes 150 Meter weit und warnen Autofahrer so frühzeitig.

Zu einem sicheren Schulweg gehören auch reflektierende Kleidung sowie ein reflektierender Tornister. Darüber informierten Katrin Grastat (r.) und Uli Schulte, Verkehrssicherheitsberater der Polizei, vor dem Hofgarten. Vor Schulen müsste langsamer gefahren werden, findet Barbara Deja. Ihre Tochter Leonie geht nächste Woche in die dritte Grundschulklasse. FOTO: Martin Kempner

Nicht nur die i-Dötzchen, auch Kinder in den fünften Klassen werden einen neuen, meist sehr viel längeren und komplizierten Schulweg haben.

Jedenfalls werden Polizei, Politessen und die Radarüberwachung der Stadt zum Unterrichtsstart nach den Ferien auch diesmal wieder den Straßenverkehr vor Schulgebäuden insbesondere in den Blick nehmen. "Wir blitzen in der ersten Schulwoche verstärkt", kündigt Tim Meurer von der Bußgeldstelle an. Dazu wird von kommenden Mittwoch an ein dritter Radarwagen aufgefahren. Der eigentlich ausgemusterte dunkelgraue Opel Zafira blitzt in den ersten Unterrichtstagen vor allem vor Schulen beziehungsweise auf Schulwegen zusätzlich - neben dem dunkelblauen Renault-Kangoo und dem blauen VW-Caddy, die ohnehin im Einsatz sind. Um Schulweg-Raser unter den Autofahrern zu stoppen, finden sich nun insbesondere vor Grundschulen wieder Banner. Die Botschaft: "Runter vom Gas", "Brems dich", "Schule hat begonnen". Vielfach haben Schulen eigene Spannbänder. Zusätzlich befestigen die Verkehrskadetten in diesen Tagen die Sicherheitsbanner. Dies soll gerade den Autofahrern zum Beginn des neuen Schuljahres am kommenden Mittwoch noch einmal ihre Verantwortung für die Verkehrssicherheit vor Augen führen. Eindringlich warnt die Polizei vor Ablenkungen im Auto; speziell den Gebrauch des Mobiltelefons: "Lass die Finger vom Handy!" Das gilt auch für Fußgänger. Sogar bei Fahrradfahrern ereignen sich inzwischen zunehmend Unfälle beziehungsweise gefährliche Situationen durch den Blick auf den Handybildschirm statt auf die Straße.

Wie die Statistik zeigt, war allerdings unangepasste Geschwindigkeit, also Rasen, auch im vergangenen Jahr wieder die Hauptunfallursache. Gerade die Gruppe der jungen Autofahrer zwischen 18 und 24 Jahren gilt als besonders gefährdet. Sie ist an 20 Prozent aller Unfälle beteiligt, obwohl sie nur acht Prozent der Bevölkerung stellt.

Quelle: RP
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