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Solingen
Skulpturen von Leunora Salihu im Ständehaus

Solingen. "Meine bildhauerische Arbeit ist geprägt von der Auseinandersetzung mit Verhältnissen und Eigenschaften von Material und Raum", beschreibt Leunora Salihu ihre Kunst. "Ich reihe zum Beispiel verschiedene Formenelemente aneinander, um ein Zusammenspiel von Leichtigkeit und Schwere oder die Wirkung von Bewegung im Raum zu erforschen." Dass die 1977 im Kosovo geborene Leunora Salihu auf dem Weg ist, sich als Bildhauerin eine unverwechselbare künstlerische Sprache zu erarbeiten, erkannte die Jury des Bergischen Kunstpreises schon früh. 2012 erhielt Salihu in Solingen den Kunstpreis der National-Bank. Jetzt hat die Kunstsammlung NRW im K21 Ständehaus der Künstlerin für eine Präsentation die Bel Etage im Düsseldorfer Museum zur Verfügung gestellt. Bis zum 10. September sind die raumgreifenden Skulpturen zu sehen.

Für ihre abstrakten Figuren verwendet Leunora Salihu Holz, Multiplexplatten, Kunststoffe oder Ton. Eine besondere Bedeutung kommt den Sockeln ihrer Werke zu. "Die Beziehung zwischen dem Sockel und der Skulptur ist ein tragendes Thema meiner Arbeit", so die Künstlerin. "Der Sockel kann Partner, dienender Begleiter, ein Gegenstück von der Skulptur oder gar die Skulptur selbst sein", kommentierte Salihu das Verhältnis in einem Interview des Goethe-Institutes. Bis Juni 2014 war die Bildhauerin Stipendiatin des Residenzprogrammes des Goethe-Institutes in Tel Aviv.

Eine enorme Materialkenntnis bilde die Basis aller Arbeiten, schreibt das K21 aus Anlass der Präsentation der Werke Salihus. "Denn die Eigenschaften der Werkstoffe bestimmen die endgültigen Formen der Objekte, auch wenn diese bisweilen Assoziationen an Industrie, Maschinenbau und Literatur wachrufen." So hat sich die Künstlerin intensiv mit Franz Kafkas literarischem Umgang mit Räumen beschäftigt - und inspirieren lassen.

Leunora Salihu hat in Prishtina an der Akademie der Bildenen Künste studiert. Nach ihrer Flucht aus dem Kosovo nach Deutschland begann sie 1999 in Kiel Kunstgeschichte und Deutsch zu studieren. 2006 wechselte sie an die Akademie in Düsseldorf, wo sie Meisterschülerin von Prof. Tony Cragg wurde.

(mit)
 
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