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Solingen
Solarpreis-Verleihung: Minister lobt Engagement der Bürger

Solingen. Es dauerte nicht lange, da entledigten sich die ersten Gäste in der Schalterhalle am alten Bahnhof ihrer Sakkos - die Sonne wärmte am Samstagnachmittag den Veranstaltungsort. Das passte aber auch perfekt in den Rahmen: Schließlich verlieh die Initiative "Eurosolar" in den Räumen des Restaurants Steinhaus mit der Energieagentur NRW den Deutschen Solarpreis. Von Alexander Riedel

Den hatte der verstorbene alternative Nobelpreisträger Dr. Hermann Scheer ins Leben gerufen, um das Engagement von Städten, Unternehmen, Vereinen und Privatpersonen für die Nutzung erneuerbarer Energien zu würdigen. "Einen besseren Schauplatz für diese Veranstaltung hätten Sie nicht finden können", versicherte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) den Gästen - und zwar nicht nur, weil Solingen das "Nizza des Bergischen Landes" sei. Vielmehr verwies Kurzbach auf Errungenschaften der Klingenstadt wie Obusse und Solarkataster, mit dem das Potenzial von Gebäudedächern für Solaranlagen ermittelt werden kann.

Der OB schlug in seinem Grußwort die Brücke zwischen den aktuellen Herausforderungen, Flüchtlinge zu integrieren, und Klimaschutz. Menschen, die vor Krieg und Terror geflohen seien, seien erst der Anfang. "Was passiert aber mit denen, die vor dem Klimawandel fliehen?"

Mit diesem Zusammenhang beschäftigte sich auch einer der acht Preisträger: Das PV-Geflüchteten-Projekt in Ravensburg wurde für seinen "pragmatischen und innovativen Einsatz zur Integration Geflüchteter mit Hilfe der Themenbereiche Erneuerbare Energien und Energieeffizienz" ausgezeichnet. Dahinter verbirgt sich ein Konzept, in dem es darum geht, Bewohnern von Flüchtlingsunterkünften Wissen über das Thema zu vermitteln. Dessen Weiterverbreitung soll wiederum einen Beitrag dazu leisten, Fluchtursachen in den Entwicklungsländern zu bekämpfen.

Zu den Gewinnern gehörten überdies zwei Initiativen aus NRW: Der Enni-Solarpark in Neukirchen-Vluyn schuf ein Solarkraftwerk, das sich in die Landschaft einfügt. Und in Wuppertal sorgt der Veranstaltungskomplex Villa Media für Aufsehen, der mit sechs Photovoltaik-Anlagen, Blockheizkraftwerk und innovativer Brennstoffzelle mehr Energie erzeugt, als er benötigt.

"Bürger sind weiter als die Politik", bilanzierte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) als Gastredner. Ins selbe Horn stieß auch "Eurosolar"-Präsident Prof. Peter Droege, der der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis ausstellte. Deutschland sei einst Vorreiter der Energiewende gewesen. "Doch durch fehlende Bereitschaft Berlins, die durch fossile Energien ausgelöste Klimakatastrophe ernst zu nehmen, könnten wir sehr bald Schlusslicht bei der Energiewende sein." Hoffnung mache aber das Engagement von Genossenschaften und Vereinen, betonte Energieökonomin Prof. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Sie erhielt den Solarpreis für ihren persönlichen Einsatz.

Quelle: RP
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