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Solingen
Solingen bleibt eine liberale Hochburg

Solingen: Solingen bleibt eine liberale Hochburg
Nachdenkliche Mine: CDU-Kreisvorsitzender Sebastian Haug will mit seiner Partei die Verluste bei der Bundestagswahl analysieren. FOTO: or
Solingen. Die kleineren Parteien legten in der Klingenstadt zu. CDU und SPD mussten hingegen schmerzhafte Verluste hinnehmen. Von Martin Oberpriller

Zugewinne der Kleinen sowie Verluste für die Großen - auf den ersten Blick unterscheidet sich das Solinger Ergebnis der Bundestagswahl kaum vom Bundestrend. Aber gleichzeitig hat der Wahlsonntag einmal mehr gezeigt, dass die Bedingungen in der Klingenstadt doch besondere sind.

So konnte die FDP den Anteil von 2013 mehr als verdoppeln und belegt mit 14,4 Prozent vor der AfD Rang drei. Ein Ergebnis, das Freude, aber auch nachdenkliche Töne auslöste. Es müsse der Partei bei Verhandlungen mit CDU sowie Grünen gelingen, die eigene Handschrift einzubringen, mahnte Solingens FDP-Chef Robert Weindl - wohlwissend, dass die Liberalen schon mal in einem Bündnis mit der Union unter die Räder gerieten. Eine Gefahr, die auch den Grünen bewusst ist. Sie konnten in Solingen mit 7,5 Prozent der Zweitstimmen ebenfalls ein gutes Resultat erzielen, sehen aber bislang vor allem mit der FDP im Bund wenig Berührungspunkte, die für eine Koalition sprächen.

Trost: SPD-Kandidat Ingo Schäfer schaffte nicht den Sprung nach Berlin. Angesichts des Trends ist die Partei mit Schäfers Abschneiden zufrieden. FOTO: mak

Ganz anders hingegen die Stimmung bei SPD und CDU. Nach der Schlappe vom Sonntag (24,8 Prozent) sprach SPD-Chef Josef Neumann gestern von einem "bitteren Ergebnis" und kündigte eine Neuausrichtung der Partei an. Die SPD solle fortan zu ihren Wurzeln zurückkehren. "Der Trend war nicht für uns", analysierte Neumann, der sich nur mit dem Resultat von Direktkandidat Ingo Schäfer (30,9 Prozent) zufrieden zeigte. "Wir müssen die Sorgen der Menschen ernst nehmen und im Bund in die Opposition gehen", forderte Neumann mit Blick auf die AfD.

Ähnlich fiel auch die Bilanz von CDU-Chef Sebastian Haug nach den knapp über 30 Prozent an Zweitstimmen für seine Partei aus. Für Freude sorgte bei der CDU allein, dass Jürgen Hardt zum dritten Mal den Wahlkreis gewann. "Es gilt, auf die Anliegen der Bürger einzugehen, ohne die Parolen der AfD zu übernehmen", mahnte Haug, der wie Neumann die bundespolitische Unterstützung vermisst hatte.

Die Solinger Linke wiederum, die einen Sprung auf knapp acht Prozent machte, sieht im eigenen Resultat einen Beleg dafür, mehr sozialpolitische Akzente zu setzen.

Quelle: RP
 
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