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Solingen
150 Wehrleute im Kampf gegen das Feuer

Großbrand in Lagerhalle in Solingen-Wald
Großbrand in Lagerhalle in Solingen-Wald FOTO: Kister-Preuss
Solingen. An der Schenkendorfstraße brannte eine Lagerhalle mit Kartonagen, Reifen, Fahrzeugen und Gasflaschen. Bei den Löscharbeiten verletzte sich ein Feuerwehrmann. Das Landesumweltamt kontrollierte die Schadstoffbelastung.  Von Annemarie Kister-Preuss (Text) und Martin Kempner (Fotos)

Die Ursache für das gewaltige Feuer, dessen Rauchwolke weithin sichtbar war, ist auch am Montagmorgen noch unklar. Wie die Polizei mitteilte, dauern die Untersuchungen weiter an. Die ausgebrannte Lagerhalle konnte bislang noch nicht von den Ermittlern betreten werden.

Als die Wehrleute der Wache Wald am Sonntag um 7 Uhr zum Schichtwechsel erschienen, waren sie wohl die Ersten, die den Brand einer nahegelegenen Lagerhalle bemerkten. "Die Kollegen haben sich bei der Wachablösung dann selbst eingesetzt", sagte Feuerwehr-Pressesprecher Michael Einhoff gestern Mittag. Obwohl das Feuer frühzeitig entdeckt wurde, war beim Eintreffen der Wehrleute nichts mehr zu retten, die Lagerhalle an der Schenkendorfstraße stand bereits lichterloh in Flammen. Kartonagen, Reifen, Fahrzeuge sowie einige Gasflaschen waren dort gelagert, auch musste das Übergreifen der Flammen auf zwei angrenzende Wohngebäude und einen Flüssiggastank verhindert werden.

Frank Markus hat eine Fläche in der Lagerhalle gemietet. Der Transportunternehmer lagerte unter anderem Paletten dort aber auch Fahrzeugbriefe und Anhänger. Als er die Handyfotos eines Journalisten sah, der gerade zusammen mit der Feuerwehr einen Rundgang am Brandort hinter sicht hatte, war ihm das Entsetzen deutlich ins Gesicht geschrieben. Da wird wohl nichts mehr zu retten sein, ist seine nüchterne wie realistische Erkenntnis.

Die Feuerwehr kämpfte derweil noch am gestrigen Nachmittag mit immer neu aufflammenden Brandnestern. 150 Wehrleute aller drei Solinger Wachen der Berufsfeuerwehr waren neben den Kollegen aus Wuppertal und zahlreichen Freiwilligen Feuerwehrleuten im Einsatz. "Die Brandwache auch zum Schutz der Nachbarn wird bis Montag vor Ort sein", sagte der stellvertretende Feuerwehr Dr. Ottmar Müller. Bei den Löscharbeiten in der 120 mal 40 Meter großen Halle wurde ein Feuerwehrmann beim Sturz von einer Leiter verletzt, er musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Auch wenn in der Halle nichts mehr zu retten war, konnte ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude verhindert werden. Aus allen Himmelsrichtungen wurde Wasser über lange Schlauchleitungen herbeigeholt. "Die Stadtwerke haben teilweise den Wasserdruck erhöht, sagte Feuerwehrsprecher Michael Einhoff.

Neben den Wehrleuten waren DRK, Malteser Hilfsdienst, THW und die Polizei vor Ort. Auf der Korkenziehertrasse, die im Bereich des Walder Bahnhofs bis auf weiteres gesperrt bleibt, mussten Bäume gefällt werden, damit ein Löschfahrzeug der Wuppertaler Feuerwehr in Position gebracht werden konnte. Die Polizei, unterstützt von Verkehrskadetten, sorgte für Absperrung der Focher Straße, die bis in den späten Abend im Bereich der Brandstelle gesperrt bleib. Unterstützt wurden die Solinger dabei von Kollegen aus Remscheid und Wuppertal.

Anwohner wurden wegen der weithin sichtbaren Rauchentwicklung und damit verbundenen Geruchsbelästigung per Laufsprecherdurchsagen angehalten, die Fenster und Türen zu schließen. Hinweise auf Gefahren haben sich nach mehrfachen Messungen durch die Experten des as Landesumweltamts nach Angaben der Polizei am gestrigen Nachmittag zu keiner Zeit bestanden.

Um die zehn vorübergehend evakuierten Anwohner und ihre drei Hunde kümmerten sich derweil die Helfer der Malteser, die um 8.30 Uhr alarmiert worden waren und ein Zelt aufbauten, wo sich die Anwohner nicht nur aufhalten konnten, sondern auch immer jemand für ein Gespräch bereitstand.

Zur Brandursache und der Schadenshöhe wird die Polizei vermutlich erst im Laufe dieser Woche Angaben machen können.

Quelle: RP
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