| 16.58 Uhr

Vorwürfe in Solingen
Flüchtlinge sollen 12-Jährigen missbraucht haben

Solingen. Seit vergangener Woche sitzen drei junge Männer aus Afghanistan in Solingen in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, sich an einem 12 Jahre alten Kind vergangen zu haben. Von Martin Oberpriller

Die Tatverdächtigen, die nach eigenen Angaben 16, 17 und 18 Jahre alt sind, sollen auf dem Gelände der Jugendhilfeeinrichtung Halfeshof einen gerade erst zwölfjährigen Jungen missbraucht haben. Das teilte ein Sprecher der mit dem Fall betrauten Staatsanwaltschaft Wuppertal am Montag mit. Den Verdächtigen werde eine "schwere sexuelle Straftat" zur Last gelegt, sagte der Sprecher. Ins Rollen war der Fall gekommen, nachdem sich der Zwölfjährige, der wie die mutmaßlichen Täter im Halfeshof untergebracht ist, einem Betreuer der Einrichtung anvertraut hatte.

Ermittler halten Tatverdächtige für älter

Beim Landschaftsverband Rheinland (LVR), zu dem der Halfeshof gehört, zeigte man sich angesichts der erhobenen Vorwürfe betroffen. "Wir sowie das Landesjugendamt werden noch in dieser Woche zusammenkommen, um mögliche Konsequenzen zu beraten", kündigte ein LVR-Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion an. So soll unter anderem untersucht werden, inwieweit die Sicherheit auf dem Gelände der Einrichtung für verhaltensauffällige sowie sozial benachteiligte Jugendliche verbessert werden kann.

Tatsächlich gehörten die Verdächtigen wie auch der zwölfjährige Junge zu unterschiedlichen Gruppen, die innerhalb des Halfeshofes betreut werden. Die Afghanen waren im Rahmen einer Maßnahme für unbegleitet nach Deutschland geflüchtete Jugendliche dort untergebracht.

Allerdings ziehen die ermittelnden Behörden inzwischen in Zweifel, dass die drei Tatverdächtigen wirklich Jugendliche sind. "Wenn man sie sieht, könnte man meinen, sie seien bereits älter", hieß es vonseiten der Staatsanwaltschaft. Aus diesem Grund soll nun ein Gutachten in Auftrag gegeben werden, mit dem das genaue Alter der Afghanen festgestellt wird. Der Verdacht, die mutmaßlichen Täter könnten älter sein, speist sich unter anderem daraus, dass einer der jungen Männer bereits früher einmal nach Deutschland einreiste. Und damals hatte er nicht allein einen anderen Namen, sondern überdies ein anderes Geburtsdatum angegeben.