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Solingen
Rekord-Leerstand in der City schreckt Händler ab

Solingen: Rekord-Leerstand in der City schreckt Händler ab
Ein tristes Bild: Eine abendlicher Blick in die Solinger Hauptstraße . FOTO: Kempner, Martin (mak)
Solingen. Allein an der Hauptstraße stehen 21 Ladenlokale leer. Das hält Händler, die aus den Galerien raus müssen, von einem Umzug ab - zumal zuletzt die Mieten an der Hauptstraße wieder angezogen haben sollen. Von Maxine Herder und Martin Oberpriller

Gestern Nachmittag war von einer Aufbruchstimmung in den Clemens-Galerien noch nicht viel zu merken. Die Zahl der Kunden in den Passagen hielt sich, wie so oft, in überschaubaren Grenzen. Und auch sonst ist die Stimmung in vielen, vor allem kleinen Geschäften der Shoppingmall am Mühlenplatz derzeit eher getrübt.

Seit klar ist, dass die neuen Besitzer des Einkaufszentrums die Galerien ab Frühjahr kommenden Jahres in ein modernes innerstädtisches Outlet-Center umbauen wollen, suchen etliche Ladenbesitzer eine neue Bleibe, da ihre Tage in den Clemens-Galerien gezählt sind. Doch zu einem Umzug an die Hauptstraße, wie von der Stadt Solingen präferiert, wollte sich bislang noch keiner der betroffenen Händler entscheiden.

"Es hat aber bereits erste Gespräche gegeben", sagte gestern eine Rathaussprecherin auf Anfrage unserer Redaktion. Ziel der Verantwortlichen ist es, den von einer Kündigung betroffenen Geschäftsleuten in den Galerien eine Zukunft in der Solinger City zu ermöglichen. Aus diesem Grund soll das städtische Innenstadtbüro so vielen Händlern wie möglich alternative Ladenlokale an der Hauptstraße vermitteln.

Tatsächlich herrscht gerade an der Hauptstraße kein Mangel an freien Geschäftsräumen. Doch was auf den ersten Blick wie eine günstige Gelegenheit zu einem geschäftlichen Neuanfang erscheint, entpuppt sich in den Augen vieler Betroffener inzwischen als Ausschlusskriterium.

Denn zurzeit herrscht in weiten Teilen der Innenstadt ein Rekord-Leerstand. Allein an der Hauptstraße stehen 21 Ladenlokale leer, wobei sich der Leerstand hauptsächlich auf den unteren Bereich zwischen Entenpfuhl sowie Breidbacher Tor konzentriert. Dort sind augenblicklich auf einer verhältnismäßig kurzen Strecke 15 Geschäfte verlassen - in manchen Bereichen reiht sich ein leeres Schaufenster an das nächste.

Ein Zustand, der auf potenzielle Neumieter wie zum Beispiel Ewa Hillig abschreckend wirkt. Die Geschäftsfrau betreibt derzeit noch in den Clemens-Galerien ihre Kinderboutique "Jonico" und will nach dem Auszug aus den Galerien auf jeden Fall in der Innenstadt weitermachen.

Allerdings erscheint es eher fraglich, ob dieser Neuanfang an der Hauptstraße stattfinden wird. Denn aufgrund der vielen Leerstände hat Ewa Hillig, gerade was die untere Hauptstraße betrifft, Bedenken. Und im obereren Bereich Richtung Clemens-Galerien sind ihr die Mieten zu hoch. "Das kann ich als Einzelhändlerin nicht bezahlen", sagt Hillig, die den Verdacht hat, dass einige Hauseigentümer an der Hauptstraße nach Bekanntwerden der Umbaupläne für die Galerien mit ihren Mietforderungen noch einmal nach oben gegangen sind.

Eine Entwicklung, die Geschäftsleute wie Hillig kaum nachvollziehen können. Zumal sie nicht ausschließen, dass in der Zeit des Galerien-Umbaus noch mehr Kunden als heute schon in Richtung Hofgarten abwandern - und die Hauptstraße endgültig ins Abseits gerät.

Das wiederum will der Werbe- und Interessenring Innenstadt unter allen Umständen vermeiden. Auch aus diesem Grund kündigte die Händlerorganisation gestern an, die Weihnachtsbeleuchtung in diesem Jahr in der City weiter auszubauen. So soll ab Ende November unter anderem der Bereich Linkgasse festlich erleuchtet werden.

Quelle: RP
 
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