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Solingen
Solingen wird zum A-cappella-Mekka

Solingen. Sechs Bands aus ganz Deutschland begeisterten beim A-cappella-Festival "SoLaLa" die Zuhörer. Die Fans, die oft mehr als 400 Kilometer gefahren waren, konnten über die beste Gruppe abstimmen. Von Alexander Riedel

Während sie im Foyer an ihm vorbeihuschte, fragte eine Besucherin Kulturmanagement-Chef Hans Knopper fröhlich: "Wird das genauso gut wie vergangenes Jahr?" Und die Antwort kam ebenso prompt wie überzeugend. "Noch besser", sagte Knopper - wobei er damit nicht zu viel versprochen hatte. Denn auch beim zweiten Solinger A-cappella-Festival "SoLaLa" sprang der Funke sehr schnell von den Sängergruppen auf das Publikum im Konzertsaal über.

Die Zuhörer aus nahezu allen Altersgruppen spendeten nach den Titeln, die die Sänger nur mit Hilfe ihrer Stimmen vortrugen, immer wieder frenetischen Beifall. Sie klatschten im Rhythmus von Popmusik-Covern mit, wippten auf ihren Sitzen zu Jazz- und Soul-Beiträgen und lachten mitunter über launige Eigenkompositionen der sechs teilnehmenden Bands aus dem ganzen Bundesgebiet.

Selbstironisch nahm zum Beispiel die "HörBänd" aus Hannover, bestehend aus vier Männern und einer Frau, klischeehafte Begleitlaute in der modernen Vokalmusik wie "dideldi und didelda" auf die Schippe. Die Berliner Formation "noisy" wiederum lieferte unter anderem eine musikalische Liebeserklärung an einen Toaster.

Durch den Abend führte Sänger Lars Wierum von der Gruppe "Scampi", der sich gemeinsam mit dem städtischen Kulturmanagement auch um die Organisation des Festivals gekümmert hatte. Er eröffnete den Reigen am frühen Samstagabend mit einer "statistischen Erhebung".

Nachdem zur Premiere des Solinger Festivals im vergangenen Jahr 400 Gäste den Weg ins Theater- und Konzerthaus gefunden hatten, war der Konzertsaal zur zweiten Auflage mit 600 Besuchern ausverkauft. Und offensichtlich kamen längst nicht alle Zuhörer aus der Klingenstadt: Einige Hände schnellten sogar nach oben, als Wierum in die Menge fragte, wer denn aus mehr als 400 Kilometern Entfernung angereist sei.

Der Enthusiasmus des Publikums übertrug sich auf die Interpreten auf der stimmungsvoll mit weißen Vorhängen geschmückten und elegant ausgeleuchteten Bühne - und umgekehrt. Der Moderator animierte die Zuhörer sogar zum gemeinsamen Singen. Und die Gäste wurden später noch einmal aktiv. Sie stimmten auf Kärtchen über die beste Band des Abends ab. Fünf Gruppen - der Vorjahressieger "Die Notendealer" trat außer Konkurrenz auf - bewarben sich mit ihren jeweils 30-minütigen Auftritten um den mit 1000 Euro dotierten Preis der Stadt-Sparkasse, den eine Fachjury vergab, und um die Publikumskrone. Die Zuhörer kürten letztlich die "HörBänd" zum Sieger.

Deren Sänger nahmen jeweils ein 300-Euro-Messer, eine Spezialanfertigung der Solinger Firma Güde, mit nach Hause - und werden wohl im nächsten Jahr wieder in die Klingenstadt kommen. Der Jurypreis ging derweil an "YeoMen". Die fünf gewitzten Berliner sind nicht "nur" herausragende Sänger, sondern verblüfften ihr Publikum auch durch die sensationelle stimmliche Nachahmung elektronischer Instrumente.

Gewinner des Abends waren aber im Grunde alle gefeierten Gruppen. Sie mischten sich schließlich zum "Afterglow" unter die Zuhörer sowie Fans und rundeten somit einen vollauf gelungenen Abend - von der Musik über die Stimmung bis hin zur Technik - ab. "Wir haben sehr viele begeisterte Rückmeldungen vom Publikum bekommen", sagte dementsprechend Programmplanerin Sandra Perinelli vom Kulturmanagement erfreut.

Quelle: RP
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