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Solingen
Solinger engagieren sich für Kenia

Solingen: Solinger engagieren sich für Kenia
FOTO: Kempner Martin
Solingen. Der Verein "Donation for Kenya" unterstützt eine afrikanische Grundschule im Dorf Kisirri und die rund 400 Schüler. Von Michael Tesch

"Ich wollte etwas wirklich Sinnvolles machen", antwortet Nick Worring auf die Frage, warum er nach Abschluss seines Studiums für ein Jahr nach Kenia gegangen ist und dort ehrenamtlich gearbeitet hat. Der 27-jährige Sozialpädagoge hat in den Dorf Kisirri jedoch nicht nur an der Outreach Academy als Assistenz-Lehrer unterrichtet, sondern zudem - durch die Gründung und Unterstützung des Vereins "Donation for Kenya" - auch die Lern- und Lebensbedingungen der Schüler verbessert. "Als ich gesehen habe, was an der Schule alles fehlt, habe ich das nach Solingen gemailt und mit Jacqueline Orzschig und Marian Hackländer zwei Unterstützer gefunden, die von Deutschland aus das entstehende Hilfsprojekt organisiert haben", erzählt Worring.

"Leider wird einigen Kindern der Schulbesuch komplett verwehrt, da sich die Eltern die Schulgebühren nicht leisten können", beschreibt Orzschig die Situation in Kenia. "Die anderen Kinder dürfen zwar die Schule besuchen, jedoch finden sie Bedingungen vor, die das Erlangen von angemessener Bildung fast unmöglich machen."

So wird die Grundschule in dem Dorf von mehr als 400 Schülern besucht. "Mit 55 Schülern pro Klasse sind die Kapazitäten inzwischen vollkommen erschöpft", beschreibt Worring die Situation. Da die Outreach Academy keine Unterstützung von der Regierung erhält, waren die Klassenzimmer baufällig: Das Geld zur Renovierung fehlte. Auch neue Bücher und Lehrmaterialien konnten von der Schule nicht angeschafft werden.

Nach einer ersten Bestandsaufnahme vor Ort und erster finanzieller Unterstützung durch Gelder auf dem eingerichteten Solinger Spendenkonto des Vereins "Donation for Kenya" konnten schnell die ersten Projekte realisiert werden: der Bau eines Wassertanks, damit die Schüler sauberes Trinkwasser erhalten, die Umzäunung sowie ein stabiles Eingangstor zur Schule, um das Gebäude vor mutwilliger Zerstörung zu schützen. Und alle Klassenzimmer der Schule erhielten einen Zementboden, damit die Räume auch bei Regen genutzt werden können. "Davor war es so, dass bei Regen der Unterricht immer ausgefallen war", erzählt Nic Worring. Zudem ist neben der Schule ein Volleyballfeld für die Pausen angelegt worden.

Die ersten Projekte umzusetzen, sei allerdings nicht so einfach gewesen: "Natürlich gab es Berührungsängste und natürlich gehen die Uhren in dem Dorf anders." So sei etwa die Arbeitsmentalität der Handwerker mit der der Deutschen nicht vergleichbar. "Da braucht man viel Geduld und Ausdauer." Doch die Freude und Dankbarkeit der Kinder sei mehr als Belohnung für das Durchhaltevermögen gewesen.

Mit der Rückkehr von Worring nach Solingen ist die Unterstützung der Grundschule in Kenia allerdings nicht zu Ende. "Wir haben in dieses Projekt viel Herzblut gesteckt, doch leider reichen unsere eigenen finanziellen Mittel nicht aus, um neue Projekte ohne Hilfe in die Hand zu nehmen. Deshalb informieren wir auf Veranstaltungen in Solingen über unsere Arbeit", erklärt Orzschig. So sollen im kommenden Jahr neue Schulbänke und neue Lehrmaterialien angeschafft werden. "Ein Buch kostet etwa sieben Euro, eine Schulbank zehn Euro. Man kann also bereits mit kleinen Beträgen Gutes tun". So hofft der Vereinsvorstand auf zahlreiche Spenden. Zudem möchte der Verein "Donation for Kenya" Schülern den Besuch eines Zahnarztes ermöglichen.

Quelle: RP
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