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Solingen
Solinger frischen ihre Mundart-Kenntnisse auf

Solingen: Solinger frischen ihre Mundart-Kenntnisse auf
Gelungene Premiere: Einen Kurs zum Solinger Dialekt veranstalteten "De Hangkgeschmedden" im Walder Weinladen. FOTO: Martin Kempner
Solingen. "De Hangkgeschmedden" luden zu einem Schnupperkurs in Solinger Platt in den Walder Weinladen ein. Von Alexander Riedel

Direkt zu Beginn fühlte Ute Schulz den Gästen auf den Zahn: "Wer böß de?" wollte sie von einer Frau in der ersten Reihe wissen. Einen Sitznachbarn fragte sie nach seinem Familienstand: "Böß de bestatt?" Die Antworten der Angesprochenen verrieten schnell, wie gut sie ihren Heimatdialekt noch beherrschen. "Ech kall datt met Knubbeln", gab eine Besucherin zu und verriet: "Eigentlich bin ich mit Solinger Platt groß geworden."

Den heimischen Dialekt, der in Hofschaften und Schleifkotten einst ausschließlich gesprochen wurde, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, ist das Anliegen der "Hangkgeschmedden". Die Solinger Mundartgruppe veröffentlichte bereits viele Sammelbände mit selbst erdachten Geschichten und Gedichten, gestaltet eine Radiosendung im Bürgerfunk und gab auch ein Wörterbuch mit dem Titel "halb on half" heraus. Am Samstag veranstaltete die Gruppe erstmals einen Kurs zum Solinger Dialekt im Walder Weinladen: Innerhalb gut zwei Stunden sollten die Gäste sich mit Grundlagen der Mundart vertraut machen oder womöglich verschüttetes Wissen wieder entdecken.

"Leider ist Platt nicht mehr gefragt", sagte Dozentin Ute Schulz im Vorfeld des Workshops. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Lothar Steinebach konnte sie sich dann aber über eine große Resonanz freuen: Über 30 Besucher tummelten sich im Raum zwischen den Weinregalen und zwangen Inhaber Manfred Hahn, viele zusätzliche Stühle neben die Bänke zu stellen. Zwar gehörten die meisten Gäste der Generation 50 plus an, doch auch einige junge Solinger gesellten sich zu den Lernwilligen. "Das ist ja ganz toll, dass wir auch mal was Frisches dabei haben", sagte Schulz. Während sie mit den "Schülern" Vokabeln, Zahlen, Grundzüge der Konversation und Redewendungen paukte, versorgte Manfred Hahn die Gäste kostenlos mit Glühwein und Plätzchen. Denn es ging ja auch nicht nur um die reine Wissensvermittlung: "Die Leute sollen hinterher sagen: Das war doch nett", bekräftigte der Gastgeber. Ob es eine Fortsetzung des Kurses gibt, ist noch offen.

"Da müssen die Gäste mit den Füßen abstimmen", erklärte Ute Schulz. Die rege Beteiligung dürfte allerdings durchaus für eine weitere Auflage sprechen. Einen Mundartabend soll es am 15. April im LVR-Industriemuseum geben. Genaueres wollen "De Hangkgeschmedden" noch bekannt geben.

Quelle: RP
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