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Solingen
Solinger genießen die kunterbunte Turnwelt

Solingen: Solinger genießen die kunterbunte Turnwelt
32 Solingerinnen aus vier Vereinen sowie Klaus Hinger bildeten die Delegation des Turnverbandes Niederberges bei der Gymnaestrada in Helsinki. FOTO: privat
Solingen. 32 Frauen und Turnverband-Vorsitzender Klaus Hinger haben bei der Gymnaestrada in Helsinki unvergessliche Tage erlebt. Von Sonja Bick

Das Outfit der Delegation des Turnverbandes Niederberg (TVN) war bei der Gymnaestrada in Helsinki heiß begehrt. Petra Diederichs hatte extra für das vom Weltgymnastikverband (FIG) organisierte Turnfest ein T-Shirt für die Solinger Reisegruppe entworfen. Darauf zu sehen: alle Logos der bisherigen 15 Veranstaltungen, die seit 1953 stattgefunden haben. Mit diesem blauen Shirt waren die 32 Solingerinnen plus TVN-Vorsitzendem Klaus Hinger vom 12. Juli bis zum vergangenen Sonntag in der finnischen Hauptstadt unterwegs.

Und der "Hahn im Korb" musste tatsächlich einige "Angriffe" abwehren. Unter anderem hatte es eine junge, schmächtige Japanerin auf sein XL-Shirt abgesehen und wollte mit dem Burger den "Trikottausch". Allein die Vorstellung, wie die Asiatin in dem Stoff versinken und der TVN-Vorsitzende andererseits bauchfrei weiterlaufen würde, reichte bei seinen ausschließlich weiblichen Mitreisenden für diverse Lachkrämpfe. "Wir haben unsere Shirts aber gut verteidigt", erklärt Klaus Hinger. "Im Gegensatz zu vielen anderen der etwa 21 000 Teilnehmern aus der ganzen Welt. Nur in den ersten ein, zwei Tagen konnte man in der kunterbunten Menge anhand der Teamkleidung erkennen, wer von wo kam." Denn dann wurde wild getauscht. Brasilianische Regenjacke gegen chinesische Kappe. Schweizer Rucksack gegen finnischen Pulli.

Die Teilnehmer der Gymnaestrada, die wie die Olympischen Spiele nur alle vier Jahre stattfindet, kamen aus 55 Nationen von allen Kontinenten: aus Australien und Kanada, aber auch aus Katar, Honduras, Trinidad & Tobago, Sri Lanka und Simbabwe. Die größte Zahl war aus der Schweiz (3800 Teilnehmer) angereist, gefolgt von den Deutschen (2000). Hinzu kamen natürlich unzählige Besucher - so wie die Solinger. Während Klaus Hinger seine fünfte Gymnaestrada besuchte, war seine Frau Anita bereits zum zehnten Mal dabei. Angefangen hatte sie 1969 in Basel, ausgelassen nur die letzte Veranstaltung in Lausanne 2011. Unter anderem in Göteborg, Amsterdam und Lissabon war sie vor Ort, meistens auch aktiv bei den Aufführungen. "Dann war aber mal der Punkt erreicht, an dem man alles einfach auch mal nur genießen möchte", erklärt sie.

So hatten die 33 Besucher aus dem Bergischen nach der Eröffnungsfeier am Sonntag im Olympiastadion von 1952 dann auch ein strammes Programm vor sich: diverse Vorführungen der einzelnen Länder, ein deutscher Nachmittag, der nordische Abend und gemütliche Treffen mit leckerem Essen und Live-Musik. "Wir waren von morgens bis abends unterwegs", blickt Klaus Hinger zurück. Sein persönliches Highlight war die Gala des Weltgymnastikverbandes. "Die Kreativität war irre und steht hier absolut im Vordergrund." Denn bei der Gymnaestrada geht es nicht um Punkte, Siege und Niederlagen, im Mittelpunkt stehen verschiedenste turnerische Vorführungen. "Bei der Gala gab es anderthalb Stunden Action ohne Pause", ergänzt Anita Hinger. "Wir sind dauernd aufgesprungen, haben gejubelt - es war unvergesslich." Besonders von den Sitzen gerissen wurden sie von der Schweizer Vorführung, bei der ohne Unterbrechung mit Hilfe von Trampolinen und Airtrack-Bahnen durch die Luft geflogen wurde.

Eines steht für das Ehepaar schon kurz nach der Rückkehr im heimischen Burg bereits fest: Auch bei der nächsten Gymnaestrada, vom 7. bis 13. Juli 2019 im österreichischen Dornbirn, wollen sie wieder dabei sein und die kunterbunte Turnwelt genießen.

Quelle: RP
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