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Dieselbus 151
Solinger Museumsbus vor Straßen-Comeback

Dieselbus 151: Solinger Museumsbus vor Straßen-Comeback
Die drei Kümmerer Wilfried Clotten, Dietmar Hartkopf und Martin Schreiber (v. l.) und der Dieselbus 151, der noch auf seine Restauration wartet. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Im Jahr 2001 hatten ihn die Stadtwerke letztmals im Linienverkehr eingesetzt. Ab der kommenden Saison soll der Dieselbus 151 mit dem traditionellen beigefarbenen Anstrich wieder Fahrgäste bei Sonderfahrten befördern. Von Alexander Riedel

Von außen wirkt er wie zu seinen besten Zeiten: Die einst zu Werbezwecken aufgetragene rot-weiße Farbe ist dem traditionellen beigefarbenen Anstrich mit den charakteristischen grünen Streifen unter dem Fahrerfenster und ringsherum auf Höhe der Stoßstange gewichen. Und der Mercedes-Stern am Bug blitzt in der Herbstsonne.

"Es war ein glücklicher Zufall, dass wir den bekommen haben", verrät Dietmar Hartkopf, Koordinator für Sonderfahrten beim Obus-Museum Solingen. Das hat sich zur Aufgabe gemacht, historische Modelle, die einst ihre Fahrgäste linienmäßig durch Solingen kutschierten, zu präsentieren - und Sonderfahrten zu festen Terminen und besonderen Anlässen - von der Hochzeit bis zum Betriebsfest - anzubieten.

Dafür soll bald auch der ausrangierte Dieselbus 151 wieder zur Verfügung stehen. Der Mercedes Benz O 305 war von 1982 bis 2001 in der Klingenstadt unterwegs. Die ersten Exemplare dieser Serie hatten die Verkehrsbetriebe bereits zehn Jahre zuvor eingesetzt. "Er ist überall gefahren, wo keine Oberleitung gebraucht wurde", erklärt Hartkopf, der das Modell selbst aus früheren Tagen als Fahrgast noch gut kennt. "Er war jetzt einfach mal an der Reihe", kommentiert Martin Schreiber, Schirrmeister Fahrzeuge beim Museum, die Restaurierung des Stücks, das seit langem in der Halle des Obus-Museums auf dem Betriebshof an der Weidenstraße steht.

Der Zündschlüssel steckt im Armaturenbrett. Der Rest der Elektronik muss allerdings komplett überholt werden. FOTO: Kempner Martin

Viele Arbeitsgänge hat der Bus bereits hinter sich. Der Rahmen wurde aufgearbeitet, das Fenstergummi und die Seitenverkleidung erneuert. "Viele Ersatzteile waren gar nicht mehr zu bekommen", sagt Hartkopf. Die stilechten Holzpaneele im Innenraum zum Beispiel ließen die Obus-Freunde von einem Schreiner anfertigen. Für die Deckenverkleidung nutzten sie Kontakte zum privaten Besitzer eines baugleichen Modells, der das Gefährt zur Gartenlaube umbaut. Die Einstiegsstufen baute eine Schlosserei neu aus Edelstahl. Wer derzeit in den Bus einsteigt, muss daher aufpassen, nicht ins Leere zu treten.

Die Sitze mit intaktem Lederbezug lagern in anderen Bussen. Original erhalten ist auch das Lenkrad. Auch Arbeiten an der Technik des Fahrzeugs, zum Beispiel an der Bremsanlage, stehen womöglich noch bevor. Dass das bis zum Start der touristischen Fahrsaison im April 2018 alles fertig ist, erwartet man beim Obus-Museum nicht. "Die Winterpause nutzen wir, um die anderen Fahrzeuge aufzuarbeiten, die im Betrieb sind", erklärt Schreiber. "Da bleibt wenig Zeit, um sich um die Restauration zu kümmern."

Wie in alten Zeiten soll der Dieselbus wieder als Werbeträger fungieren: Der Schriftzug der Firma Siepmann prangt an der Seitenfläche - auch das nimmt gewissermaßen Bezug auf einen Teil Stadtgeschichte. Der heute im Saarland ansässige Schleifmaschinen-Hersteller wurde im 19. Jahrhundert in Solingen gegründet und öffnete im Mai einen Vertriebs- und Engineering-Stützpunkt in der alten Heimat.

Quelle: RP
 
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