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Solingen
Solinger Streichquartett begeistert in der Schmiede

Solingen. Viele unterschiedliche Konzerte standen am ersten Adventssonntag in der Klingenstadt auf dem Programm. Darunter fand sich auch ein Auftritt des Solinger Streichquartetts im voll besetzten Veranstaltungsraum des LVR-Industriemuseums in Merscheid.

Weihnachtliche Anklänge hatten bereits die zu Beginn gespielten Choralbearbeitungen "Nun kommt der Heiden Heiland" und "Vom Himmel hoch" von Johann Sebastian Bach. Die Choräle sind vierstimmig gehalten und eignen sich dadurch besonders für die Wiedergabe durch ein Streichquartett. Sehr erfreulich war die Begegnung mit der Musik von Charles Avison (1710-1770), der Komponist hatte seinen Wirkungskreis als Organist im Nordosten Englands, seine 1766 in Newcastle komponierten zwölf Konzerte für zwei Violinen, Viola und Violoncello wurden schnell bekannt und sind beliebt bis heute. Die vier Solisten spielten das letzte Konzert dieser Reihe und hatten sichtlich Vergnügen an dieser Musik, wie nicht zuletzt an der beschwingten Wiedergabe des springlebendigen zweiten Satzes mit der Bezeichnung "Allegro spiritoso" zu hören war.

Nach der Pause erklang das Hauptwerk des Abends. Almuth Wiesemann und Heiko Schmitz, Violine, Ursula Rinne, Viola, und der Cellist Peter Lamprecht spielten das "Quartetto in G-Dur" von Antonin Dvorák. Das Werk entstand 1895, Dvorák kam nach drei erfolgreichen und fruchtbaren Jahren in Amerika als Leiter des "National Conservatory of Music" in New York wieder in seine böhmische Heimat zurück und fühlte sich dort wie befreit. "Ich arbeite leicht und es gelingt mir viel", schrieb er an einen Freund. Diese Freude der Heimkehr setzte Dvorák gleich in eine ertragreiche Schaffensperiode um.

Das etwa halbstündige Streichquartett in G-Dur stellt eine große, virtuose Aufgabe für die Solisten dar. Der Kopfsatz "Allegro moderato" beeindruckt mit seinem großen Melodienreichtum, im "Adagio" des zweiten Satzes wird der Zuhörer mit tiefer, emotionaler Klangfülle konfrontiert, während in den beiden letzten Sätzen der Komponist auch immer wieder die volkstümliche Musik seiner Heimat in Böhmen anklingen lässt.

Die vier Solisten des Solinger Streichquartetts bekamen langen, verdienten Beifall. Das Ensemble bedankte sich mit einer Zugabe und anschließend standen sie auch noch zu Gesprächen mit den Besuchern bereit.

(wgü)
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