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Solingen
Solinger suchen sich alternatives Rosenmontags-Programm

Solingen: Solinger suchen sich alternatives Rosenmontags-Programm
Auch ohne "Zoch" in Stimmung: Mitglieder der KG Muckemau feierten im Cologne's am Rathaus. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Mit strahlenden Gesichtern stellten sich einige offensichtlich Feierhungrige an der Mummstraße für ein Gruppenfoto auf und machten die Laola-Welle.

Doch anstatt der Wagen und Fußgruppen des Rosenmontagszuges kam dort gestern nur der Obus vorbei. "Das ist natürlich schade", sagte Petra Wagner, die wenige Meter weiter mit Freunden vor der Gaststätte Mumms stand, und stellte klar: "Wir wären auch bei Regen gekommen."

Doch einfach zuhause bleiben, nur weil der Solinger "Zoch" ausgefallen ist, das war für die Clique keine Option. "Wir lassen uns das Feiern nicht nehmen", sagte Ursula Schumacher. Obwohl sich die befürchteten Sturmböen am frühen Nachmittag vornehm zurückhielten, äußerten die Jecken auch Verständnis für die Absage des Umzuges: "Es ist eben ziemlich schwierig, das Wetter wirklich exakt vorherzusagen", räumte Björn Wagner ein. Im Zweifel gehe die Sicherheit vor.

Pragmatisch gingen auch die Mitglieder der KG Muckemau mit der Situation um: "Um 11 Uhr haben wir uns hier zum Vor-Zugs-Frühstück getroffen, jetzt dehnen wir das Ganze einfach bis zum Nachmittag aus", sagte Jochen Ritter, der mit seinen Mitstreitern im Brauhaus Cologne's zur stimmungsvollen Musik schunkelte, anstatt vom eigenen Zugwagen herab Kamelle unter das Volk zu bringen. "Wir hingen schon früh am Radio und waren natürlich sehr enttäuscht, als die Nachricht kam, dass wir nicht starten können", gab Ritter zu. "Jetzt sind wir hier eben das Empfangskommittee für den Sturm." Scherzhaft gab er eine Idee für die kommende Karnevalssession preis: "Am nächsten Rosenmontag gehen wir alle als Windsäcke."

Als Fußgruppe hätten die "Jecken vom Schlagbaum" den Rundkurs durch das Stadtzentrum in Angriff genommen. "Vor allem die Kinder waren traurig, dass daraus nichts geworden ist", sagte Mitglied Ina Thanheuser. Zumal die mehrfach prämierte Gruppe sich für den Rosenmontagszug eine spezielle Aufmachung ausgedacht hatte: Als Spielfiguren von "Mensch ärgere Dich nicht" verkleidet waren die 16 Närrinnen und Narren aus dem Haus gegangen. Ihr Weg führte diesmal aber direkt zur "After Zoch Party" im Theater und Konzerthaus. Die startete in diesem Jahr eine Stunde früher als sonst. Innerhalb kurzer Zeit füllte sich das Foyer - und auch auf der Tanzfläche verflog rasch der Frust über die Zugabsage: Zum musikalischen Mix von DJ Martin tobten sich Kinder und Erwachsene aus.

Und auch die "Jecken vom Schlagbaum" konnten sich über ihr Gemeinschaftserlebnis freuen: "Bei anderen Zügen hat es sich im Anschluss alles schon mal schneller verlaufen, diesmal haben wir beschlossen, alle gemeinsam hier hinzugehen", erzählte Martin Thanheuser. Und seine Ehefrau Ina ergänzte: "Wir machen eben das Beste draus."

(rdl)
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