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Solingen
Solinger Team räumt Auszeichnungen ab

Solinger Team räumt Auszeichnungen ab
Dirk Bachmann-Kern in seinem Büro. FOTO: Christian Beier
Solingen. Das Studio Bachmannkern beteiligt sich regelmäßig mit großem Erfolg an internationalen Wettbewerben. Dirk Bachmann-Kern sammelt Preise und Auszeichnungen wie andere Briefmarken oder Münzen. Von Michael Kremer

Sein "Studio für Kommunikation und Marke" an der Gasstraße räumt regelmäßig Auszeichnungen wie den "German Design Award" oder den US-amerikanischen "Exhibit Award" ab. Erst jüngst kamen in London der "Iconic Award" für Architekten und Planer sowie in Ludwigsburg der "Famab Award" für integrierte Markenerlebnisse hinzu.

"Das sind nur zwei von zahlreichen Preisen in diesem Jahr", sagt der 50 Jahre alte Geschäftsführer des Solinger Studios fast beiläufig. Auch dass die in seinem Studio entworfenen Messestände oder Showrooms häufig als Trendsetter in Design-Fachbüchern aufgeführt werden, ist für den studierten Innenarchitekten eher zweitrangig. "Ich habe das nie gemacht, um Preise zu gewinnen", sagt er. Viel wichtiger sei ihm "die Freude am Job".

Gleichwohl schwingt etwas Stolz mit, wenn er "Wir spielen in der Champions League" sagt. "Wir", das ist sein Team aus Innenarchitekten, Licht-, Kommunikations- und Produktdesignern. Champions League heißt für ihn, dass sein Büro weltweit im Wettbewerb mit Agenturen steht, die für die ganz großen Unternehmen arbeiten. Die Solinger können dabei mit Kunden wie Osram oder Rosenthal aufwarten.

Preise und Auszeichnungen sind schön. Noch schöner ist für den Geschäftsführer allerdings "das Hochgefühl, wenn ich das, was im Kopf entstanden ist, in echt sehen kann". Wenn die in der Gruppe geborenen Ideen und ersten Skizzen in der Realität funktionieren, wenn der Kunde mit dem Ergebnis zufrieden ist, dann ist auch Bachmann-Kern mit der Arbeit seines Teams zufrieden. Die Preise und Veröffentlichungen in Fachbüchern sind dann nur das i-Tüpfelchen.

Dabei klingt sein Erfolgsgeheimnis eigentlich ganz simpel: "Wir betrachten jeden Entwurf aus drei Perspektiven: aus der Sicht des Gestalters, des Kunden und des Besuchers", verrät Bachmann-Kern. Die Herausforderung sei es, etwas zu finden, "wo sich alle drei wohlfühlen können".

Ganz so einfach ist der Weg in die Champions League beim Messebau dann allerdings doch nicht. "Ich habe mir die Unbedarftheit aus dem Studium bewahrt", sagt Bachmann-Kern. Hinzu komme bei ihm eine gehörige Portion Ehrgeiz sowie eine Kombination aus Freigeist und Konstruktion.

"Das ist die Kunst. So haben wir bisher alle Ideen realisieren können – auch wenn sie noch so verrückt waren", sagt der kreative Kopf. Von Haus aus Innenarchitekt habe er "lange Zeit Wert darauf gelegt, dass wir ein Architekturbüro sind". Gegen die Bezeichnung Agentur habe er sich viele Jahre gewehrt.

Erst mit den Jahren sei der Gedanke gereift, "dass wir aus der Architekturnische heraus müssen - wir machen schließlich viel mehr". Die Bezeichnung "Studio für Kommunikation und Marke im Raum" sei daher ein Kompromiss zwischen Büro und Agentur.

Wichtig ist dem Geschäftsführer dabei die Klarstellung, dass Kommunikation nicht nur im Sinne von Schrift, sondern auch von Licht und Form zu verstehen sei. "Das ganze Geschäft geht über Emotionen", erklärt er.

Womöglich erklärt sich daraus sein persönliches Hochgefühl beim ersten Blick auf das vollendete Werk. Auf jeden Fall ist der ständige Blick auf die Gefühlswelt von Kunden und Besuchern der Messestände auch der Grund, dass die Juroren sich bei der Preisvergabe davon haben anstecken lassen.

Quelle: RP
 
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