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Solingen
Solinger zeigen Flagge für Flüchtlinge

Solingen. Das Bündnis "Bunt statt Braun" hatte zu einer Solidaritätskundgebung aufgerufen.

Mit zurückhaltenden Worten warb Mohamed Doumboya um sein Anliegen: "Wir sind nicht hier, um Ärger zu machen, wir brauchen Hilfe und würden gern hier leben und arbeiten." Im vergangenen Jahr hatte er seine Heimat Guinea verlassen und politisches Asyl in Deutschland erhalten. Flüchtlinge, die ihr Leben riskieren, um sich und ihre Familien vor den Schergen korrupter Regimes zu schützen, standen im Mittelpunkt der Aktion des Bündnisses "Bunt statt Braun".

Unter dem Motto "Solingen für alle" hatten sich am Samstagvormittag rund 200 Menschen vor dem Hofgarten-Center versammelt, um ihre Solidarität kundzutun mit jenen, die auf der Flucht vor politischer oder religiöser Verfolgung vielfach den gefahrvollen - und wie in der vergangenen Woche oft auch tödlichen - Weg über das Mittelmeer suchen. Hintergrund der Veranstaltung waren die Hakenkreuz-Schmierereien, die Unbekannte rund zehn Tage zuvor an der Hausfassade und auf dem Gehweg vor einer Solinger Flüchtlingsunterkunft an der Cronenberger Straße hinterlassen hatten.

"Die Menschen gehen nicht freiwillig in die Fremde, um von unserem Reichtum zu profitieren, sondern weil sie hoffen, auf ein funktionierendes Rechtssystem zu stoßen, in dem die Menschenrechte beachtet werden", sagte Hans-Werner Bertl, der gemeinsam mit Jürgen Beu die Aktion initiiert hatte. "Es reicht nicht, in der Flüchtlingsfrage auf europäische Gremien zu verweisen", fuhr er fort.

Kritik übte "Bunt statt Braun" auch an der Bundesregierung, die die Kommunen im Bemühen um Unterkünfte für Flüchtlinge im Regen stehen lasse. Das parteiübergreifende Bündnis fordert unter anderem die vermehrte Unterbringung der politisch Verfolgten in Privatwohnungen und verweist dabei auf die entsprechende Praxis in Remscheid und Wuppertal.

Die Solidaritätskundgebung vor dem Hofgarten soll für "Bunt statt Braun" erst der Anfang gewesen sein: In den nächsten Wochen soll es eine größere öffentliche Veranstaltung mit Beteiligung städtischer Gremien, Vereine und Wohlfahrtsverbände geben.

Dabei sollen sowohl die Flüchtlinge, als auch ihre Helfer in Solingen Gehör finden, über den aktuellen Stand berichten und auch über Bedarfe sprechen.

Die Hilfsbereitschaft in der Klingenstadt sei zwar sehr groß, betonte Bertl. Schwächen gebe es aber noch in der Koordination der Maßnahmen: "Nicht jede Hilfe kommt an", sagte Hans-Werner Bertl. Manchmal würden buchstäblich Kartons von der einen Ecke in die andere getragen. Die geplante Veranstaltung soll dazu beitragen, eine bessere Vernetzung zwischen den Helfern herzustellen.

(ied)
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