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Zöppkesmarkt 2016
Sommerlicher Auftakt zum Zöppkesmarkt

Solingen. Schon früh bummelten viele Solinger an den Trödelständen entlang. Die Spaßgruppen trafen sich erstmals zum gemeinsamen Fassanstich. Von Alexander Riedel und Martin Oberpriller

Tja, einen solchen Stellvertreter hat wirklich nicht jeder. Und so musste es gestern Nachmittag niemanden wundern, dass Falk Dornseifer, Vorsitzender des "Vereins zur Förderung des traditionellen Solinger Brauchtums", auf der großen Bühne auf dem Neumarkt in der City seinen prominenten Vize mit besonders warmen Worten willkommen hieß. "Wir begrüßen ganz herzlich meinen Stellvertreter, der nur zufällig vergangenes Jahr auch Oberbürgermeister geworden ist", sagte Dornseifer mit einem Lachen sowie an die Adresse von Tim Kurzbach gerichtet.

Ein Ball, den das Stadtoberhaupt bei der offiziellen Eröffnung des 48. Zöppkesmarktes am Freitag - fast pünktlich um 15.05 Uhr - gerne aufnahm. "Es ist schon ein etwas merkwürdiges Gefühl, diesmal in einer anderen Funktion auf der Bühne zu stehen", bekannte der Oberbürgermeister, der zusammen mit Falk Dornseifer und anderen Freiwilligen 2013 die Organisation des größten Solinger Volksfestes übernommen hatte.

Tatsächlich habe es sich Kurzbach gewünscht, auch als Oberbürgermeister beim Zöppkesmarkt weiter richtig aktiv zu sein. Doch da dies mit dem neuen Amt nur schwer in Einklang zu bringen ist, begnügt sich der OB nun mit der Rolle eines Besuchers - und brachte die Stimmung unter den mehreren hundert Anwesenden auf dem Neumarkt mit seinem Verweis auf das "herrliche bergische Wetter" gleich einmal auf den Punkt.

Wobei die Worte Tim Kurzbachs wirklich nicht übertrieben waren. Bei Sonnenschein und spätsommerlichen Temperaturen schlenderten gleich am Eröffnungstag Tausende über den Zöppkesmarkt in der Innenstadt. Und während dabei an manchen Ständen bereits die ersten Porzellanteller, Schallplatten und Bücher die Besitzer wechselten, bissen andere Trödler noch einmal ins Brötchen oder wagten einen relativ frühen Schluck aus dem Sektglas.

"Wir sind schon seit 8 Uhr hier", berichtete Brigitte Rompel, die mit Ehemann Kurt und Sohn Christian sowie Schwiegertochter Katharina gewissermaßen zum "Inventar" des Zöppkesmarkts gehört. Zum Auftakt des traditionsreichen Marktes lud die Familie erstmals Mitglieder anderer Spaßgruppen unter dem Motto "Wir für Euch" zum gemeinsamen Fassanstich ein. Um kurz nach 11 Uhr sprudelte der Gerstensaft in die Gläser, wobei auf den Tischen immer noch Platz für Tabletts mit Schnittchen war.

"Langsam wird es gemütlich", freute sich auch Thomas Duisberg von der Gruppe Selten Selters, die den Rompels einen Besuch abstattete. "Mein Sohn ist schon mit einigen ihrer Mitglieder in den Kindergarten gegangen", verriet Brigitte Rompel, die den engen Kontakt zu vielen anderen Zöppkesmarkt-Gruppen schätzt. Die Idee zum gemeinsamen Anstoßen auf drei erfolgreiche und fröhliche Markttage war ihrem Ehemann im Urlaub gekommen - und hatte sich rasch über Mund-zu-Mund-Propaganda verbreitet. "Wir drehen am Freitagmorgen immer unsere Runden, um uns mit den anderen Gruppen zu unterhalten und einen schönen Zöppkesmarkt zu wünschen", sagte André Wielpütz von Selten Selters.

Aber auch Vertreter der TG Burg, vom CVJM und anderen Gruppen versammelten sich bei den Rompels in der Linkgasse zum Plausch - und zum Staunen über Raritäten. Der "Kamtschatka-Tiger" etwa, den Brigitte Rompel nach den Worten ihres Ehemannes "mit eigenen Händen im Urlaub eingefangen hat", stand zum Verkauf. Angst haben muss vor dem Raubtier allerdings kein Besucher, schließlich ist es nur aus Keramik. Und nicht allein die ersten Eindrücke vom Trödelmarkt, Bier und Schnittchen nahmen die Gäste vom Stand der Rompels mit, sondern auch kleine Buttons auf der Brust mit der Aufschrift "I love Zöppkesmarkt". Der Erlös aus deren Verkauf kommt der Einrichtung des CVJM in Solingen zugute.

Quelle: RP
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