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Jan Höttges
Bürger setzen sich für Musikfestival ein

Sommerparty Echt.Scharf.Solingen 2017: Bürger setzen sich für Musikfestival ein
Im Vorjahr war Guildo Horn (Foto) der Publikumsmagnet bei der Sommerparty auf dem Neumarkt. Vom 11. bis 13. August werden Thomas Godoj, Floyd Division und Dire Strats auf der Bühne stehen. FOTO: Stephan Köhlen (Archiv)
Solingen. Der Vorsitzende des Initiativkreises freut sich über die große Spendenbereitschaft für die "Sommerparty Echt.Scharf.Solingen". Dennoch werben die Veranstalter um weitere Sponsoren, um die hohen Kosten zu stemmen.

Noch drei Wochen bis zur nächsten Sommerparty Echt.Scharf.Solingen. Welche Arbeiten kommen bis dahin noch auf Sie zu?

Höttges Es geht an die Feinabstimmung mit allen Helfern, vom THW und den Maltesern über Polizei, Ordnungsamt und der Sicherheitsfirma bis zu den Technischen Betrieben. Wir müssen die Abläufe festziehen. Zudem stehen Marketingmaßnahmen an: Wir haben bereits Plakate aufgehängt und werden 90.000 Flyer verteilen.

Bis zum 22. Juni hat der Initiativkreis im Rahmen seiner Crowdfunding-Aktion im Internet Spenden für die Party gesammelt - mit welchem Ergebnis ?

Höttges Zu unserer großen Freude war die Beteiligung sehr gut. Unser Ziel war, mit diesem Projekt 4000 Euro zusammenzubekommen - und das haben wir sogar um rund 400 Euro übertroffen. Die Bandbreite der Beträge, mit denen die Bürger das Fest unterstützen, ist dabei sehr groß.

Welche anderen Möglichkeiten nutzen Sie, um Geld für das Ereignis zu sammeln? Schon in den vergangenen Jahren konnten de Besucher ja zum Beispiel Kappen oder T-Shirts mit dem Logo der Veranstaltung erwerben.

Höttges Wir werden auch diesmal wieder eine Vielzahl an Merchandising-Artikel anbieten. Einige haben wir neu gestaltet. Auch über das Jahr läuft der Verkauf dieser Artikel recht gut: Im Jahr 2016 sind dadurch jenseits der Veranstaltungstage zwischen 4000 und 5000 Euro zusammengekommen. Das preiswerteste Stück ist der Kfz-Halter, der sich besonders großer Beliebtheit erfreut.

In welcher Größenordnung bewegen sich die Gesamtkosten für die Sommerparty ?

Höttges Die Ausgaben dafür belaufen sich auf 80.000 Euro. Dank eines festen Sponsoren-Pools, die uns über viele Jahre hinweg begleiten, haben wir eine Finanzierungsbasis. Allerdings kommt es eben auch immer wieder zu Kostensteigerungen, etwa durch neue Tarifabschlüsse oder die Änderung der Sicherheitsauflagen.

Speziell die Love Parade-Katastrophe 2010 hat in dieser Hinsicht bekanntlich einige Verschärfungen mit sich gebracht. Gab es auch in jüngerer Vergangenheit erhöhte Kosten, zum Beispiel wegen der Sicherung vor möglichen Anschlägen?

Höttges Nein. Die neuen Sicherheitskonzepte im Hinblick auf derartige mögliche Gefährdungen waren letztlich nicht mit Mehrkosten verbunden.

Das Festival geht in seine elfte Auflage - machen Künstler inzwischen eigentlich finanzielle Zugeständnisse?

Höttges Sicherlich war am Anfang vieles schwieriger. Wir haben auf dem Markt einen guten Ruf. Viele junge Künstler und Gruppen, die etwa eine CD herausbringen, freuen sich, hier aufzutreten. Da gibt es sicherlich auch Zugeständnisse. Aber es bleibt natürlich weiterhin sehr schwer, Top Acts zu finanzieren.

Wie wird es in den nächsten Jahren weitergehen?

Höttges Es gibt immer wieder aufs Neue eine Ungewissheit. Ohne die Zuschüsse durch die Stadt wäre die Veranstaltung nicht darstellbar. Aber wir arbeiten ständig daran, neue Sponsoren zu gewinnen. Das haben wir auch in diesem Jahr wieder geschafft. Unser Ziel ist, dass sich die Veranstaltung dauerhaft trägt. Ein entscheidender Baustein ist die Attraktivität des Programms - etwa mit bekannten Künstlern wie Brings oder Guildo Horn, die in den vergangenen Jahren auf den Neumarkt kamen. Zugleich versuchen wir immer wieder, auch kleinere Änderungen herbeizuführen. Wir haben in diesem Jahr ein erweitertes Programm und können etwas länger Musik machen. Vor drei Jahren haben wir mit der Vip Van-Terrasse angefangen, und sie wird sehr gut angenommen.

Ein Abspecken des Programms aus finanziellen Gründen würde wohl wenig Sinn machen?

Höttges Würde man den Etat begrenzen, ginge das zulasten der Attraktivität. Wir hätten dann wieder größere Probleme, Sponsoren zu gewinnen. Und die Bühne kostet sowieso das Gleiche - ganz unabhängig davon, wer dort auftritt.

ALEXANDER RIEDEL FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
 
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