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Solingen
Sparkasse dreht an Gebührenschraube

Solingen. Kunden müssen ab dem neuen Jahr deutlich höhere Entgelte für die Schließfächer zahlen. So steigen die Preise für einen normal großen Safe in der Hauptstelle beispielsweise von 41 auf 79 Euro pro Jahr. Von Uwe Vetter

Der Sparvertrag läuft am Rande mit. Vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers lässt der Sparkassen-Kunde in einen Deka-Fonds einfließen. Zehn Euro an Gebühren waren hier bislang für die Depot-Führung fällig - in Zeiten niedriger Zinsen ohnehin schon ein üppiges Entgelt. Der Sparkassen-Kunde staunte nun aber nicht schlecht, als eine 25-prozentige Erhöhung der Gebühren angekündigt wurde. 12,50 Euro statt der bisherigen zehn Euro sollen zukünftig berechnet werden.

Für seinen im Keller der Hauptstelle an der Kölner Straße befindlichen Safe, den der Kunde vor vier Jahren angemietet hat, soll er jetzt sogar nahezu doppelt soviel zahlen. Von 41 Euro auf 79 Euro pro Jahr wird der Mietpreis ab 2018 steigen - sofern der Kunde das will. Denn die Sparkasse räumt angesichts der horrenden Preisanpassung für die Schließfächer "selbstverständlich" die fristlose und kostenfreie Kündigung ein.

"Die Mietpreise für Schrankfächer haben wir in den vergangenen zehn Jahren konstant gehalten", heißt es in einem Brief an den Sparkassen-Kunden. Hingegen seien die tatsächlichen Kosten deutlich gestiegen. "Die Betriebs- und Wartungskosten sind deutlich angestiegen", ergänzte Sparkassen-Sprecher Martin Idelberger. "Mit unserer Anpassung liegen wir im Preisniveau aber gut im Wettbewerb". In der Tat: Die Commerzbank berechnet beispielsweise 89 Euro im Jahr. Die Preise sind je nach Größe des Bankschließfaches unterschiedlich.

Negativzinsen, Digitalisierung und Regulierung - die Sparkasse muss wie andere Geldinstitute angesichts eines weiter schwierigen Marktumfeldes sehen, dass sie Geld verdient. Das klappte im Geschäftsjahr 2016 recht gut: Wie 2015 wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von vier Millionen Euro ausgewiesen. Gute Vertriebserfolge, die Anpassung des Filialnetzes - fünf Geschäftsstellen wurden zu Selbstbedienungsfilialen umgewandelt - und auch die Personalreduzierung durch Fluktuation und Altersteilzeit trugen mit dazu bei, dass das Solinger Kreditinstitut effizienter geworden ist.

Und die Kunden trugen ebenfalls ihr Scherflein bei. Denn schon im vergangenen Jahr hat die Stadt-Sparkasse ihre Kunden zur Kasse gebeten. Jedenfalls die, die eine Kreditkarte (Mastercard) des Geldinstitutes haben. Auch hier wurden mehr Gebühren verlangt mit dem Hinweis, dass es dafür auch mehr Leistungen gebe. Im Zuge des geplanten Neubaus der Sparkassen-Hauptstelle mit Öffnung hin zum Neumarkt - der Architekten-Wettbewerb soll 2018 starten - werden die alten und künftig teureren Schließfächer verschwinden. Denn auf dem Altgelände sollen bei Bezug des Neubaus der Sparkasse rund 100 Wohnungen gebaut werden. "Allein in der Hauptstelle haben wir 4372 Schließfächer, mit unseren Filialen zusammen sind es rund 16.000", sagte Idelberger. Die Auslastung liege bei 60 Prozent - "Tendenz steigend". Idelberger geht davon aus, dass im Sparkassen-Neubau ebenfalls Bankschließfächer für die Kunden vorhanden sein werden, zumal "die Nachfrage spürbar" sei.

Aktuell sieht der Sparkassen-Sprecher keine weiteren Gebührenanpassungen beim führenden Solinger Kreditinstitut. Auch nicht zum Jahreswechsel. "Wir beobachten allerdings stets alle Geschäftsfelder und deren Bewegungen", betonte Martin Idelberger mit Blick auf die Zukunft. Zuletzt hatte es beispielsweise bei den Girokonten im Sommer 2014 Gebührenanpassungen gegeben.

Quelle: RP
 
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