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Solingen
Sparkasse und Stadtwerke wollen enger kooperieren

Solingen. Der Rat soll in der kommenden Woche einer Erhöhung der Sparkassen-Anteile an den SWS seine Zustimmung geben. Von Martin Oberpriller

Die Stadt-Sparkasse soll in Zukunft stärker als bislang bei den Stadtwerken Solingen (SWS) einsteigen. Das zumindest ist das Ziel der Stadt, die deshalb darauf hofft, dass der Rat bei seiner nächsten Sitzung am Donnerstag der kommenden Woche, 23. Juni, einer Erhöhung des Sparkassenanteils an den SWS seine Zustimmung gibt.

Die Entscheidung wird von den Ratspolitikern im nichtöffentlichen Teil der Sitzung getroffen werden, nachdem sich im Vorfeld der Beteiligungsausschuss ebenfalls mit der Angelegenheit befasst haben wird. Denn schließlich kann sich die Sparkasse nur dann stärker bei den Stadtwerken engagieren und ihren Anteil von zurzeit 5,5 Prozent auf 8,5 Prozent erhöhen, wenn die Stadt ihrerseits Teile der eigenen Beteiligung abtritt.

Ziel der ganzen Operation ist es nach Ansicht von Rathaus-Insidern, dass Sparkasse und Stadtwerke fortan enger kooperieren und auf diesem Weg sogenannte Synergieeffekte erzielen. "Das kann durchaus Sinn machen", heißt es aus Teilen der Politik, wo man durchaus Einsparpotenziale bei beiden Unternehmen sieht. Zudem seien aber auch im operativen Geschäft Möglichkeiten zur Zusammenarbeit gegeben - etwa in Bezug auf Geschäftspartner.

Das ist also der wirtschaftliche Hintergrund der geplanten intensiveren Kooperation. Darüber hinaus gibt es allerdings auch noch eine politische Dimension - und bei der drängt durchaus die Zeit. Denn die Stadt-Sparkasse, die ihren augenblicklichen Anteil im Zuge des Stadtwerke-Rückkaufs vom Mannheimer Versorger MVV erwarb, der Solingen im Jahr 2013 rund 120 Millionen Euro kostete, besitzt eine Option zur Rückgabe des SWS-Anteils. Bis einschließlich 30. Juni hat das Geldinstitut die Möglichkeit, um gegebenenfalls bei den Stadtwerken wieder auszusteigen.

Zwar ist ein solcher Schritt bei der Sparkasse dem Vernehmen nach nicht vorgesehen. Trotzdem sorgt allein der Gedanke daran nach Informationen unserer Redaktion im Rathaus für Nervosität. Denn würde es tatsächlich so weit kommen, fiele der Anteil an den Stadtwerken - in diesem Fall inklusive der defizitären Verkehrssparte - zurück an die Stadt, was die eigene Beteiligungsgesellschaft belasten könnte.

Ein Szenario, das in einem nächsten Schritt Auswirkungen auf viele Bereiche des Stadtlebens zu zeitigen im Stande wäre. Schließlich würde die städtische Beteiligungsgesellschaft, bei der nach allgemeiner Einschätzung Sanierungsbedarf besteht, durch eine solche Entwicklung zusätzlich belastet - was wiederum Folgen etwa für Musikschule und andere Einrichtungen haben könnte.

Quelle: RP
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