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Solingen
SPD attackiert Langenfeld

Solingen. Weil die Solinger SPD "der Realität ins Auge sieht", hat sie sich auf ihrem Parteitag von allen Planungen verabschiedet, über den Bau der B 229n und der Verlängerung der Viehbachtalstraße einen A3-Anschluss zu realisieren. Von Andrea Röhrig

Das werde mindestens 20 Jahre dauern, unterstrichen die SPD-Landtagsabgeordnete Iris Preuß-Buchholz und die planungspolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, Friederike Sinoweka. 20 Jahre, in denen auch Solingen an Bevölkerung verliert und kaum einer weiß, wie sich Verkehrsströme entwickeln. "Außerdem weiß jeder, dass Bund, Land und auch die Kommunen finanziell am Ende sind."

Mit Erstaunen registrierten die Genossen, dass NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper im Oktober 2009 versprochen hatte, eben diesen Anschluss mit Hochdruck voran zu treiben.

Auch das wollen die Genossen nicht glauben. "Würde nur die B 229n gebaut, würde das kaum Entlastung bringen", verdeutlicht Sinowenka. Und so bringt die SPD mal wieder eine Variante zur Sprache, die bisher an Langenfeld scheiterte: Die müssten ihren A3-Anschluss an die Haus-Gravener-Straße verlagern, die wie die Bonner Straße ausgebaut werden müsste.

In der Nachbarstadt ist der Widerstand aber unvermindert groß: So sei die Großkreuzung Hardt/Solinger Straße jetzt bereits mit täglich über 22 000 Fahrzeuge an der Grenze ihrer Belastung, weitere 5000 bis 6000 könne sie kaum aufnehmen, sagte Wolfgang Honkamps, Verkehrsplaner der Stadt Langenfeld.

Er kann sowieso nicht nachvollziehen, warum all die vielen Solinger Autofahrer, die am Landwehr immer im Stau stünden, nicht bereits im Solinger Rathaus ihren Protest deutlich gemacht hätten: "Solingen braucht diesen Autobahnanschluss, das ist doch offensichtlich." Allerdings nicht auf Kosten der Nachbarstadt: "In unserem Verkehrsgutachten steht ganz klar, dass wir mit einer Anbindung an die Haus-Gravener-Straße die Autobahn entlasten würden. Und das auf Kosten eines Langenfelder Wohngebietes. "

Und so warten alle auf das Verkehrsgutachten des Landesbetriebs Straßenbau. Doch vor der Landtagswahl wird es kein Ergebnis geben. "Im Sommer soll es – nach Bund und Land – an die Kommunen gehen", sagt Peter Felsenheim, Stellvertretender Leiter der Planungabteilung. Wenn mit dem Gutachten der Verkehrsraum eingegrenzt sei, werde ein Umweltverträglichkeitsgutachten in Auftrag gegeben. Dabei würden Lärm-, aber auch Schadstoffbelastungen gemessen. Darüber zieht ein weiteres Jahr ins Land. Natürlich werde man auch über Kosten reden müssen, so Felsenheim weiter.

Andere Ampelschaltungen

Für SPD-Ratsfrau Sinowenka wäre es schon eine Erleichterung, wenn die Langenfelder die Ampelschaltungen aus den Seitenstraßen auf eine Bedarfsschaltung umstellten. Es sei aber nicht gewollt, dass Solinger schnell zur oder von der Autobahn kämen, werfen die Solinger Genossen der Nachbarstadt vor. "Aus unserer Sicht wollen die damit nur erreichen, dass die B 229n gebaut wird."

Doch diesen Vorwurf weist Wolfgang Honkamps weit von sich: "Tatsächlich ist es so, dass sonst die Autofahrer von den Nebenstraßen keine Chance zum Abbiegen auf die Hauptverkehrsstraße hätten." Und dann zählt der Verkehrsplaner auf, was die Nachbarstadt in der letzten Zeit alles getan hat, um aus Richtung Solingen den Verkehr ein bisschen stärker fließen zu lassen: Autofahrer, die aus Langenfeld auf die A 3 abbiegen wollen, müssen sehr viel länger auf grün warten.

Kaum etwas gebracht habe die Verlängerung der Abbiegespur aus Richtung Oberhausen. "Nur jedes fünfte Fahrzeug will in diese Richtung." Eine Verlängerung der Abbiegespur Richtung Köln sei aber problematisch, weil unter der Autobahn die Fahrspuren dort kaum verbreitert werden könnten.

Quelle: RP
 
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