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Post-Ärger in Solingen
SPD sieht "skandalöse" Zustände

Post-Ärger in Solingen: SPD sieht "skandalöse" Zustände
FOTO: Patrick Pleul
Solingen. Lange Warteschlangen bis auf die Straße in den Postbankfilialen, Pakete, die sich in Filialen stapeln und über Tage hinweg nicht abgeholt werden: Erhebliche Nachteile für die Solinger und die mittelständische Wirtschaft befürchtet die SPD-Ratsfraktion durch die Mängel bei den Post-Dienstleistungen im Solinger Stadtgebiet.

Die hätten "durch ihren Umfang und ihre Andauer inzwischen skandalöse Dimensionen angenommen", erklärt die Fraktionsvorsitzende Iris-Preuß-Buchholz.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach wird von daher aufgefordert, bei den Vorständen der Deuschen Post AG und DHL sowie bei der Postbank seitens der Stadt Solingen umgehend die Sicherstellung der angemessenen Versorgung einer Großstadt anzumahnen. Das Schreiben, so die SPD, sollte auch der Bundesnetzagentur zur Kenntnis gegeben werden.

Morgenpost-Leser Jürgen Schiemann lässt sich Pakete gerne zur Packstation 113 auf der Nippesstraße in Ohligs schicken. "Leider scheint diese vollkommen unterdimensioniert zu sein, und die Pakete werden regelmäßig zur Postfiliale auf der Keldersstraße weitergeleitet. Das sollte baldmöglichst geändert werden", sagt Schiemann.

Auch Anke Wenrich hat negative Erfahrungen gemacht. "Es ist schon erstaunlich, wie DHL versucht, sich mit fadenscheinigen Erklärungen aus der Affaire zu ziehen und ein größeres Problem zu leugnen." Wenrich erklärt, dass es in der Postfiliale in Landwehr mit angeschlossenem Reisebüro einen riesigen Paketstau gab, der die Arbeit des Reisebüros massiv behindert hat. Die Angestellten, die die Postfiliale mitbetreuen, mussten sich den Ärger der DHL-Kunden anhören. "Die für die Abholung der Briefpost zuständigen Fahrer der Post sind dann eingesprungen, um die Lage zu entspannen", so Wenrich. In der Postfiliale am Bülowplatz stapelten sich bereits mehrmals die Pakete. Inhaber Michael Ziehe zog die Konsequenzen und kündigte seinen Vertrag zum Jahresende (wir berichteten).

Für die SPD ist eindeutig: Notwendige - und früher auch vorhandene - Personalreserven stehen offenbar nicht mehr im ausreichenden Maß zur Verfügung. Die Post erreicht so nicht pünktlich ihre Empfänger. Die SPD sieht eine "erkennbar nachlassende Qualität bei Post-Dienstleistungen". Zahllose sichere Arbeitsplätze seien aufgrund der Kapitalmarkt-Orientierung gestrichen worden. "Diese Entwicklung dürfen wir nicht weiter hinnehmen. die Stadt muss aktiv werden", sagt die SPD.

(uwv)
 
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