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Solingen
Spenden für Flüchtlinge - die Anlaufstellen in Solingen

Solingen: Spenden für Flüchtlinge - die Anlaufstellen in Solingen
In Kooperation mit dem Verein Flüchtlingshilfe hat der Verein Interju an der Nippestraße in Ohligs eine Kleiderkammer eingerichtet. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Verschiedene Stellen in der Stadt nehmen Sachspenden entgegen. Die Heilsarmee nimmt bis zu den Herbstferien keine Kleidung mehr an - die Lagerkapazitäten sind hier erschöpft. Von Maxine Herder

Die Spendenbereitschaft für Flüchtlinge ist nach wie vor groß. Wie groß, das erlebten die Organisatoren des Zöppkesmarkts und die Mitarbeiter des Kreisverbands Solingen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am vergangenen Sonntagabend: Etliche Zöppkesmarkt-Händler waren einem Spendenaufruf gefolgt und brachten nicht verkaufte Bekleidungsstücke zur Sammelstelle des DRK. Am Ende waren ein 7,5-Tonner und ein großer Transporter notwendig, um die Kleiderspenden abzutransportieren. Spenden, die dringend benötigt werden: Drei Mal wurde alleine am Sonntag das DRK alarmiert, um Flüchtlinge kurzfristig mit Kleidung auszustatten.

Wie groß die Hilfsbereitschaft ist, erfährt in diesen Tagen auch die Heilsarmee, neben dem DRK und dem Sozialkaufhaus als Partner der Stadt offizielle Annahmestelle für Sachspenden: "Wir bitten alle Spender, ihre Spenden noch wenige Wochen zu lagern. Nach den Herbstferien nehmen wir gerne wieder Spenden an", so Oliver Walz von der Heilsarmee. Gebraucht, sagt er, würden die Kleiderspenden in jedem Fall. "Derzeit sind unsere Lagermöglichkeiten jedoch erschöpft."

Der DRK-Kreisverband Solingen indes nimmt nach Auskunft von Pressesprecherin Simone Hoch auch weiterhin Spenden wie Bekleidung, Bettwäsche oder Handtücher an. "Wir bemühen uns sehr, auch wenn wir hier und da an unsere Grenzen kommen. Dennoch ist das eine Aufgabe, die erfüllt werden muss." Spenden können montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr, Burgstraße 105, abgegeben werden. Zudem können die Altkleidercontainer in der Einfahrt genutzt werden.

Bei größeren Spendenaufrufen - beispielsweise in Nachbarschaften - sei es immer ratsam, zunächst bei den Annahmestellen oder der Koordinierungsstelle für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe nachzufragen, was benötigt werde, sagt Andrea Krumnacker von der Koordinierungsstelle. Sie weiß: "Derzeit werden beispielsweise Hygieneartikel, aber auch Fahrräder und Kinderkleidung gebraucht".

Das Sozialkaufhaus am Schlagbaum nimmt neben Kleidern auch Möbelspenden für Flüchtlinge an (montags bis freitags 9.30 bis 18 Uhr, samstags 9.30 bis 16 Uhr), zum Beispiel Betten mit Lattenrost, Schränke mit Türen oder Tische und Stühle als Einrichtungsgrundstock nach der Vermittlung von Flüchtlingen in die eigene Wohnung. Rund 280 Wohnungsangebote sind seit einer Informationsveranstaltung der Stadt für Wohnungseigentümer Ende August eingegangen. "Es sind 55 Mietverträge zustande gekommen, die Mitarbeiter arbeiten unter Hochdruck daran", so Stadtsprecherin Birgit Wenning. Weitere Angebote seien dringend erwünscht, sie können telefonisch dem Stadtdienst Wohnen unter 290-5337 mitgeteilt werden.

Nachdem die Stadt angefragt hatte, ob die Gemeinde St. SuitbertusWeeg einen Lagerraum für Spenden bereitstellen könne, ist in diesem Monat auch im Vereinshaus der Gemeinde eine Kleiderkammer eingerichtet worden. "Das war ein Selbstläufer", sagt Andrea Honnef vom Pastoralbüro. "Wir sind sehr glücklich darüber, so unbürokratisch helfen zu können." Dringendst benötigt würden derzeit neue Unterwäsche für Herren, Kinder und Damen (bei Vorlage eines Kassenbons kann eine Spendenquittung ausgestellt werden) sowie Winterjacken. "Alles andere können wir aus Platzgründen nicht annehmen", so Honnef. Die Kleiderkammer, Neuenhofer Straße 129, ist montags, dienstags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet, Spenden können auch im Pastoralbüro, Glockenstraße 18 abgegeben werden (dienstags bis freitags 9 bis 12.30 Uhr, montags u. dienstags 15 bis 18 Uhr).

In Kooperation mit dem Verein Flüchtlingshilfe bietet der Verein Interju eine Kleiderkammer in Ohligs an. Derzeit würden vor allem Winterbekleidung für Herren und Herrenschuhe sowie Babysachen, Bettwäsche und Handtücher dringend benötigt, sagt Interju-Leiterin Martine Rossi. "Zudem nehmen wir auch Mobiliar und Elektrogeräte wie Kühlschränke an, außerdem sind wir auf der Suche nach Haushaltsartikeln wie Geschirr, Besteck und Töpfen." Spenden werden montags bis donnerstags von 10 bis 13 Uhr sowie mittwochs bis 18 Uhr an der Nippesstraße 2 entgegen genommen.

Quelle: RP
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