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Solingen
Sponsoren für den Autobahnanschluss?

Solingen: Sponsoren für den Autobahnanschluss?
Stau auf der Autobahn 3 (Archivbild) FOTO: dpa, ve lof fpt fgj
Solingen. Der Weg zur A 3 bleibt die verkehrstechnische Achillesferse. Zwar gibt es nun auch in der SPD Stimmen für die "große Lösung". Doch Fördermittel sind bis 2030 ausgeschlossen. Teile der Politik regen an, Firmen in Vorleistung treten zu lassen. Von Martin Oberpriller

Knapp einen Monat nach der schweren Niederlage bei der NRW-Landtagswahl befindet sich die Solinger SPD weiterhin in einer Art Findungsphase. So diskutieren viele Genossen in der Klingenstadt nach wie vor darüber, inwieweit Fehler der rot-grünen Landesregierung, aber auch eigene Versäumnisse vor Ort zu den Verlusten am 14. Mai geführt haben.

Wobei die hausgemachten Probleme mittlerweile in den Fokus der Betrachtung geraten. "Alles auf Düsseldorf abzuschieben, verstellt nur den Blick auf solche Defizite, die wir in Solingen selbst mitschleppen", sagte gestern ein Genosse. Wozu nach dem Dafürhalten des Sozialdemokraten unter anderem die seit Jahren laufende Diskussion um die Anbindung der Klingenstadt an die Autobahn 3 zählt. "In diesem Bereich haben wir der CDU ohne Not die Meinungsführerschaft überlassen und uns so angreifbar gemacht", kritisierte der SPD-Mann, der dementsprechend von seiner Partei eine verkehrspolitische Kehrtwende fordert.

"Es muss doch möglich sein, eine neue Trasse zur A 3 zu finden, die auf der einen Seite die ständigen Staus beseitigt und anderseits die Belange von Flora sowie Fauna berücksichtigt", sagte der Sozialdemokrat - wohlwissend, dass die Streichung des Solinger Autobahnanschlusses aus dem Bundesverkehrswegeplan vor einigen Jahren eine Anbindung der Viehbachtalstraße an das Kreuz Langenfeld vor dem Jahr 2030 nahezu unrealistisch erscheinen lässt. Denn aufgrund dieser Entscheidung ist es fortan fast ausgeschlossen, an die für den Bau dringend benötigten Fördergelder zu kommen.

Indes wird seit geraumer Zeit in Kreisen der Solinger Politik noch eine alternative Finanzierungsform diskutiert. So halten es manche Politiker durchaus für denkbar, den Anschluss zur A 3 mit Hilfe von Sponsoren zu stemmen. Die Idee, die hinter diesem Gedankenspiel steckt, ist dabei denkbar einfach: Firmen aus der Klingenstadt, die nach eigenem Bekunden dringend auf eine bessere Anbindung angewiesen sind, würden in Vorkasse treten - und so, bei entsprechenden politischen Beschlüssen, die Umsetzung der "großen Lösung" vorantreiben.

Inwieweit ein solcher Ansatz Chancen auf eine Realisierung besitzt, ist allerdings augenblicklich vollkommen unklar. Zumal bei Beschreiten dieses Weges nach wie vor Jahre ins Land gehen würden, ehe die ersten Bagger anrollen könnten. Darum setzen die meisten Verantwortlichen einstweilen vor allem auf solche Konzepte, bei denen die Aussicht besteht, kurz- oder wenigstens mittelfristig umgesetzt zu werden.

"Sicherlich ist es eine überlegenswerte Option, Maßnahmen an dem heutigen Weg zur Autobahn zu ergreifen", sagte beispielsweise der CDU-Ratsherr und Landtagsabgeordnete Arne Moritz am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion. So gebe es etwa an der Kreuzung Landwehr ein gewisses Maß an Möglichkeiten, mit denen der Verkehrsfluss verbessert werden könnte, betonte Moritz.

Gleichzeitig griff der Christdemokrat in diesem Zusammenhang die Grünen - und bei diesen explizit die scheidende stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann - zum wiederholten Mal scharf an. "Dass die Verbindung zwischen der Viehbachtalstraße sowie dem Kreuz Langenfeld aus dem Bundesverkehrswegeplan genommen wurde, ist ein Löhrmann-Erbe", kritisierte der Parlamentarier die in Solingen lebende grüne Spitzenfrau.

Nun, so Moritz weiter, sei es zunächst vordringlich, eine eventuell später doch noch kommende "große Lösung" nicht endgültig zunichte zu machen. "Wir müssen in Solingen dafür Sorge tragen, dass die Trasse, über die der Autobahnanschluss irgendwann einmal führen könnte, nicht überbaut wird", sagte der CDU-Mann, der die SPD in der Klingenstadt überdies aufforderte, ihre bisherige Haltung zur A 3-Anbindung zu überdenken.

Tatsächlich existieren schon seit Jahrzehnten Pläne für einen Lückenschluss zwischen Stadtautobahn und A 3. Diese sehen vor, dass die neuen Straßen zu einem großen Teil entlang der Bahnstrecke Solingen-Köln verlaufen.

Quelle: RP
 
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