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Baseball
Alligators haben etwas gutzumachen

Baseball: Alligators haben etwas gutzumachen
Enorbel Marquez Ramirez musste sich von Alligators-Trainer Norman Eberhardt nach einer falschen Wurfentscheidung so einiges anhören. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Die 2:3-Niederlage in Hamburg hat Trainer Norman Eberhardt mächtig geärgert. In Dortmund soll sein Team nun anders auftreten. Von Thomas Rademacher

Es war der Tiefpunkt der laufenden Saison. Die 2:3-Niederlage bei den Hamburg Stealers ärgerte Alligators-Trainer Norman Eberhardt nicht nur, sie enttäuschte ihn. "Ich erwarte von Bundesligaspielern, dass sie erkennen, wenn sie es nicht schaffen, den Ball hart zu treffen. Dann muss eine Umstellung erfolgen." Damit meint der Coach zum Beispiel einen kürzeren Schwung, mehr Geduld - oder was in der jeweiligen Situation eben gerade nötig ist. "Sonst könnte ich da jeden hinstellen", erläutert Eberhardt. "Auch mich selbst oder einen Gartenstuhl."

Die Dortmund Wanderers müssen sich wohl auf etwas gefasst machen. So sauer war der Trainer in der laufenden Baseball-Saison noch nicht, und die Westfalen könnten die Mannschaft sein, die es morgen abbekommt. Denn die Alligators sind zu zwei Spielen im Hoeschpark zu Gast. "Ich erwarte, dass wir dort viel besser spielen als in Hamburg", sagt Eberhardt.

Um das sicherzustellen, hat der 39-Jährige einige Gespräche mit der Mannschaft geführt. "Ich rede ja nicht wie ein Diktator mit dem Team, sondern bitte auch um Feedback. Letztlich sind wir uns einig, aber es ist auch herausgekommen, dass ich in manchen Situationen mehr führen und weniger vertrauen soll."

Als Beispiel nennt der Coach die Situation vor dem entscheidenden Treffer von Stealers-Schlagmann Parsa Bergengrün. Eberhardt hatte seinen Werfer Enorbel Marquez Ramirez gebeten, vorsichtig zu werfen, um dem Hamburger keine gute Chance auf einen Treffer zu geben, sondern lieber einen Freilauf in kauf zu nehmen. "Ich muss dann einfach entscheiden, dass wir ihn aus taktischen Gründen auf Base lassen. Man darf eben nicht vergessen, dass jeder - trotz aller Erfahrung - auch ein Ego hat." Marquez Ramirez forderte seinen Gegner heraus - der schlug ihm den Ball um die Ohren und brachte die Hamburger mit 3:1 in Front. "Also werde ich auch meine Herangehensweise zumindest dahingehend ändern", erklärt Eberhardt.

Die Wanderers sollten für die Alligators eine machbare Aufgabe darstellen. Bereits die Hinspiele gewannen die Solinger zum Saisonauftakt souverän. "Was passiert, wenn man nicht hundertprozentig bei der Sache ist, wissen wir ja jetzt", sagt Eberhardt und fügt an: "Die Bonn Capitals haben es ja auch gegen die sieglosen Kölner bewiesen. Das Ding hätten sie fast verloren, weil es eben ganz schwer ist, den Schalter im Laufe des Spiels noch umzulegen." Die Dortmunder um Spielertrainer René Herlitzius präsentieren sich in dieser Saison stärker als erwartet. Sogar im Rennen um den letzten Play-off-Platz ist die Mannschaft noch dabei. "Sie werden alles für eine Überraschung geben."

Wem Eberhardt das Vertrauen schenken wird, hat der Coach noch nicht abschließend entschieden. "Aber die Trainingseinstellung von Joe Weidemann sowie seine Leistungen beim Europacup und in Hamburg haben mir sehr gut gefallen", betont der Trainer, der dem jungen Spieler zuletzt im Centerfield den Vorzug vor Florian Götze gegeben hatte. "Er hat sich die Spielzeit erarbeitet und ist inzwischen eine echte Alternative."

Quelle: RP
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