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Alligators im Norden der klare Favorit

Baseball: Alligators im Norden der klare Favorit
Auch Tanner Leighton ist rechtzeitig zum Saisonstart der Alligators in Solingen eingetroffen. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Am Ostermontag starten die Solingen Alligators in die neue Saison in der Baseball-Bundesliga. In der Nordgruppe spielen erneut nur sieben Mannschaften. Die Vorzeichen ähneln denen der vergangenen Spielzeit. Von Thomas Rademacher

Norman Eberhardt lässt keinen Zweifel am Selbstbewusstsein der Alligators aufkommen. "Wir sind Deutscher Meister, haben eine starke Mannschaft und sind deswegen im Norden Favorit", sagt der Trainer. Eigentlich gibt es in dieser Saison in der Nordgruppe der Baseball-Bundesliga nur ein Team, das mit den Solingern auf Augenhöhe sein wird. Die Bonn Capitals verfügen über einen starken Kader, der schon 2014 für Furore gesorgt hat. Erzrivale Paderborn Untouchables jedoch beschränkt sich in dieser Spielzeit auf eine Mannschaft ohne dazugeholte Importspieler.

Besonders erfolgreich ist die Vorbereitung der Alligators nicht gelaufen. Es setzte erwartungsgemäß Niederlagen gegen die Spitzenteams der Niederlande sowie eine Pleite zum Auftakt gegen die Mainz Athletics. Bei den Mannheim Tornados trat die Truppe sogar aufgrund von Spielermangel nicht an. Die Solinger standen nie komplett auf dem Platz.

Bis auf André Hughes haben zum Beispiel stets die Etat-Werfer gefehlt. Neuzugang Enorbel Marquez Ramirez war in keinem Testspiel dabei, Chris Mezger ist erst in der vergangenen Woche angereist. Pünktlich zum Saisonstart stehen alle Pitcher zur Verfügung, David Selsemeyer wurde auf der Catcher-Position als Entlastung für Julian Steinberg nachverpflichtet, und mit Tanner Leighton ist auch der letzte Importspieler gestern in der Klingenstadt eingetroffen.

"Um unseren Kader mache ich mir keine Sorgen", stellt Eberhardt klar. Und bei seinen Kontrahenten hofft der Coach sogar, dass es viele interessante Spiele gibt. Gerade, wenn es um die vermeintlich schwächsten beiden Gegner geht, sind Klassenunterschiede zu befürchten. "Wir können nicht davon ausgehen, dass die Cologne Cardinals und Dortmund Wanderers viel stärker geworden sind", weiß der Coach und hofft in diesem Zusammenhang auf die Hannover Regents. Der Aufsteiger kommt mit viel Schwung ins Oberhaus und macht einen sehr ambitionierten Eindruck. "Die Hannoveraner spielen in der Konstellation schon lange zusammen und haben in den vergangenen Jahren in der 2. Liga fast alles gewonnen. Dazu haben sie sich gut verstärkt." Die Regents sicherten sich die Dienste zweier US-Amerikaner und holten zudem Pitcher Jannis Wedemeyer von den Dohren Wild Farmers. "Natürlich wird die Mannschaft in dieser Saison auch mit dem Verlieren klar kommen müssen. Es wird interessant sein, zu sehen, wie sich das Team dann entwickelt."

Trotz des ambitionierten Aufsteigers bleibt die Nordgruppe der Bundesliga siebenköpfig. Dohren hat sich vom Spielbetrieb zurückgezogen. "Das Ligakonzept sollte überdacht werden. So wirft das kein gutes Licht auf unseren Sport." Die Gründe für das offenbar geringe Interesse mancher Vereine, in der Bundesliga zu spielen, sind wohl vor allem wirtschaftlicher Natur. Eine grundsätzliche Reduzierung der Teams bei gleichzeitiger Zusammenführung mit der Südliga erscheint wünschenswert und würde die Qualität nochmals verbessern.

Auf den in der Breite stärkeren Süden können die Alligators allerdings nur in den Playoffs treffen. Dort sind die Heidenheim Heideköpfe und Regensburg Legionäre auch dieses Jahr Favorit. Im Norden können wohl nur die Bonn Capitals den Solingern das Wasser reichen. Der Zweitplatzierte der vergangenen Saison hat sich qualitativ kaum verändert. Nils Hartkopf ging zu den Alligators, und Top-Pitcher Trevor Caughey musste durch Wilson Lee ersetzt werden. "Die Bonner sind unser größter Konkurrent. Aber ich schreibe auch die Untouchables nicht ab", sagt der Coach. In Paderborn setzen die Verantwortlichen 2015 auf die Integration von Eigengewächsen, die aus dem dortigen Internat hervorgehen. Deshalb verzichtet das Team von Trainer Stefan Fechtig auf Importspieler. "Klar sind sie auf dem Papier schwächer geworden, aber wir kennen Paderborn - mit denen muss man immer rechnen."

Für die Hamburg Stealers eröffnet sich damit aber die große Chance, den dritten Platz anzugreifen. Der Vierte von 2014 hat sich erfolgreich vom Hamburger SV abgespalten und hat seinen Kader nochmals verbessert. Mit Jason Daniels verfügen die Hanseaten über einen Pitcher, den die Alligators bereits kennen. "Wir haben gegen ihn beim Europacup gespielt und nicht gut ausgesehen", erinnert sich Eberhardt.

Quelle: RP
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