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Lokalsport
Alligators müssen die Leighton-Lücke füllen

Solingen. Am Sonntag starten die Solingen Alligators in die neue Bundesliga-Saison. Gegen die Cologne Cardinals, die in den vergangenen Jahren stets zu den schwächsten Teams der Nord-Liga zählten, sind die Klingenstädter in den beiden Partien ab 12 Uhr klarer Favorit. Insgesamt ist die Mannschaft aber nicht so stark aufgestellt, wie in den jüngsten Spielzeiten.

"Ein guter Schlagmann fehlt uns", weiß Trainer Ron Frazier. "Das müssen wir kompensieren." Tanner Leighton hatte zuletzt stets den besten Schlagdurchschnitt der Mannschaft und war gleichzeitig einer der stärksten Offensivspieler der Bundesliga. Einen Nachfolger für den US-Amerikaner haben die Alligators nicht verpflichtet - eine Lücke, die voraussichtlich spürbar klaffen wird.

Frazier ist sich noch nicht sicher, wie er die Mannschaft aufstellen wird: "Ich brauche einige Spiele, um wirklich die beste Formation zu finden. Bisher kenne ich nur einige Stärken und Schwächen meiner Baseballer, aber ich muss sie im Wettkampf sehen, um wirklich zu erkennen, zu was sie imstande sind." Im Infield sind die Alternativen durch den Weggang von Leighton ohnehin gering. Dessen Position an der zweiten Base wird wahrscheinlich Nils Hartkopf übernehmen. Dustin Hughes, Dominik Wulf und Daniel Sanchez besetzen wohl die restlichen Positionen in der kurzen Verteidigung, für die auch Nachwuchstalent Oskar Matzpreiksch infrage kommt.

Im Outfield ist mit Florian Götze und Markus Stryczek zu rechnen. Der dritte Platz dürfte von Sascha Brockmeyer oder Luka Wolf besetzt werden. Denn den Solingern wird Sascha Steffens fehlen, der seine aktive Laufbahn beendet hat und fortan als Co-Trainer Fraziers arbeiten wird. Gleiches gilt im Übrigen voraussichtlich auch für die Ex-Alligatoren Moritz Buttgereit und Patrick Kanthak. "Keiner wird mir immer zur Verfügung stehen, aber ich brauche natürlich Hilfe", betont Frazier. "Ich kann meine Augen und Ohren nicht überall gleichzeitig haben - gerade im Training nicht."

Die größte Veränderung im Vergleich zur Saison 2015 haben die Alligators auf der Schlüsselposition. Chris Mezger und Enorbel Marquez Ramirez verließen den Verein und ließen André Hughes und Nils Hartkopf als einzige Werfer zurück. Mezger empfahl seinen Nachfolger gleich selbst. Jadd Schmeltzer heißt der neue Mann, der die zweite Partie eines Doppelspieltages werfen soll. Der 27-Jährige spielte einst in der Organisation der Boston Red Sox und versuchte es, in die Profiliga zu schaffen. Zuletzt war er in der amerikanischen Independent League tätig und dürfte damit bestens gerüstet sein für die Bundesliga.

Zudem sicherten sich die Alligators die Dienste von Juan Pichardo, der von den Cologne Cardinals kam. Der Spanier darf als EU-Bürger auch in der ersten Partie auf dem Wurfhügel stehen. Als Catcher hockt zunächst wohl nur Julian Steinberg nach überstandener Knieverletzung hinter der Platte. David Selsemeyer klagt über Probleme mit der Hand.

Gegen die Cardinals sind die Alligators in der Siegpflicht, auch wenn sie im Vorfeld der Saison kein Testspiel bestritten haben. Wobei die Kölner sich nominell verstärkt haben. Gleich fünf ausländische Zugänge sicherte sich die Mannschaft, die gleichzeitig drei japanische Spieler abgab. Sollten die Neuen im Team stark sein, ist mit den Domstädtern zu rechnen.

(trd)
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