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Wintersport
Auf die Plätze, fertig - Wurf!

Wintersport: Auf die Plätze, fertig - Wurf!
Der Solinger Eisstockschütze Tim Jordan (links) half bei einem anderen Team aus. Manuel Weiss (2. von rechts) aus dem Kader der Nationalmannschaft beobachtet genau, wie er zielt. FOTO: Stephan Köheln
Solingen. Beim traditionsreichen Eisstockschießen freut sich der Ausrichter über 17 Teams in der Halle an der Birker Straße. Von Thomas Rademacher

Eisstockschießen hat Tradition. Seinen Ursprung soll der Sport im 13. Jahrhundert in Skandinavien haben. Zwischenzeitlich waren die Schützen sogar bei den Olympischen Spielen dabei. Dennoch ist die Sportart gerade unter jüngeren Menschen weitestgehend unbekannt. Das Durchschnittsalter wird immer höher. Das gilt auch für die Solinger Eisschützen. "Wir bekommen zwar immer mal wieder Jugendliche, aber so schnell können wir den Nachwuchs gar nicht heranholen, wie die Älteren hinten wegbrechen", sagt Frank Jordan, der Vorsitzende des hiesigen Vereins.

Umso erfreuter war der Klubchef, dass in diesem Jahr das eigens ausgerichtete Turnier in der Solinger Eissporthalle wieder ausgetragen werden konnte. Eigentlich findet es jährlich statt, doch 2015 musste die Veranstaltung mangels Teilnehmern abgesagt werden. "Die großen Zeiten, als wir hier 30 Vereine auf dem Eis hatten, sind leider vorbei. Aber mit 17 Mannschaften sind wir in diesem Jahr dennoch zufrieden", sagte Jordan. Neun Mixed-Mannschaften und acht Männerteams waren an der Birker Straße dabei. Die Solinger Eisschützen konnten selbst nicht mitspielen. "Wir mussten uns um die Organisation kümmern. Da konnten wir leider nicht auch noch antreten."

Immerhin zwei Solinger halfen bei anderen Vereinen aus. Jordans Sohn Tim spielte genauso mit wie Christa Höhmann. "Das ist bei freundschaftlichen Turnieren kein Problem", beschrieb der Vorsitzende, der gleichzeitig Schiedsrichter war. Seine Dienste wurden kaum benötigt. Zu fair gingen die Eisstockschützen miteinander um. "Man kann schon sagen, dass es eine große sportliche Familie ist", meinte Jordan.

Die Regeln sind eindeutig. Ähnlich wie beim Boccia müssen die Eisstöcke, die mit Körper und Laufsohle etwa vier Kilogramm wiegen, möglichst nah an eine sogenannte Daube befördert werden. Jede Mannschaft besteht aus vier Spielern, die pro Durchgang einen Wurf haben. Das schlechter am Ziel platzierte Team muss als nächstes werfen, wodurch die besser platzierte Mannschaft stets den letzten Versuch und damit den größten Vorteil hat. Wenn es nicht gerade um Millimeter geht, gibt es keinen Ärger.

Das Eis in der Halle an der Birker Straße wurde für die Veranstaltung im Übrigen extra hergerichtet. Mit einer Vorrichtung an der Eismaschine bekam die Fläche kleine Rillen, die den Untergrund griffiger und damit berechenbarer machten. "Das ist richtiges Turniereis", meinte Frank Jordan. "Im Training haben wir das nicht."

Einige Interessierte kamen am Sonntagmorgen ebenfalls vorbei. "Jeder durfte es mal ausprobieren. Und die Resonanz ist immer positiv", sagte der Vorsitzende. "Aber wie es eben so ist, entsteht daraus selten eine Bindung zum Verein." Dennoch lädt Frank Jordan jeden, der Lust hat, Eisstockschießen einmal selbst auszuprobieren, gerne ein. "Wir trainieren dienstags zwischen 18.30 und 20.30 Uhr. Einfach vorbeikommen."

Im Sommer müssen die Schützen im Übrigen nicht pausieren. Dann wird nur die Gummi-Laufsohle durch Nylon ersetzt, und es geht auf Asphalt weiter.

Quelle: RP
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