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Handball
Aufderhöhe erkämpft den ersten Sieg

Handball: Aufderhöhe erkämpft den ersten Sieg
Einer gegen alle: Aufderhöhes Frank Berblinger (mitte) wird von drei Wermelskirchenern attackiert - später bekam "Berbel" wegen Meckerns seine dritte Zeitstrafe und wurde so disqualifiziert. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Der Handball-Oberligist macht es zu Hause spannend. Ligakonkurrent BHC II verliert dagegen in Könighsof. Von Lars Hepp

TSV Aufderhöhe - HSG Bergische Panther 25:24 (12:13). Wer am Samstagabend den Weg ins Börkhaus-Siebels gefunden hatte, bereute sein Kommen nicht. Nicht nur Zeuge des ersten Oberliga-Sieges in der Aufderhöher Vereinsgeschichte gewesen zu sein, mittlerweile haben die Heimspiele des TSV einen gewissen Kultcharakter. "Es ist wirklich schon krass, was hier so abgeht. Die Stimmung ist einmalig und hier gibt es immer viel zu sehen", meinte Frank Dehl, früherer Torhüter beim STB und VfL.

Zunächst entwickelte sich eine recht einseitige Begegnung mit dem Nachbarn aus Burscheid. Die Gäste waren im ersten Spielabschnitt über weite Strecken die klar bessere Mannschaft, beim 9:13 (26. Minute) aus Aufderhöher Sicht drohte das Aufeinandertreffen aus den Händen zu gleiten. "Wir wollten etwas Außergewöhnliches machen, wollten von Anfang bis Ende zeigen, dass wir eine geile Truppe sind. Unter dem Strich ist uns das gelungen", sagte der frühere Nationalspieler Mirko Bernau, sichtlich gezeichnet von aufreibenden 60 Minuten. In Halbzeit eins verteidigten Jan-Peter Reineke und Frank Berblinger im Wechsel gegen Panther-Torjäger Alexander Zapf, nach der Pause machten es sogar Reineke und Schönfeld gegen Zapf und Spielmacher Justus Ueberholz. "Damit haben die Aufderhöher uns irgendwie den Zahn gezogen. Wir sind damit in ein sehr anfälliges Fehlerraster gefallen", gab Panther-Co-Trainer Marcel Mutz zu.

Das Außergewöhnliche, wie es Bernau beschrieb, bezog sich aber nicht nur aufs Sportliche. Ab Mitte der ersten Halbzeit verstrickten sich die Aufderhöher immer wieder in Nickeligkeiten sowohl mit den Gegnern als auch dem Schiedsrichtergespann Kamper/Kamper. Die Zulauf-Brüder Kris und Tim, extra für diese Partie früher aus dem Urlaub zurückgekehrt, sahen Zeitstrafen für harte Foulspiele. Frank Berblinger hätte bei seinem zweiten Einsteigen sogar die rote Karten sehen können. Aber anstatt sich über die zweite Zwei-Minuten-Strafe zu freuen und weiter mitwirken zu dürfen, sah "Berbel" wegen Meckerns dann durch die dritte Zeitstrafe die letztlich berechtigte rote Karte. Nach dem Wechsel ging es munter weiter, Zulauf und Zulauf durften sich nacheinander wegen Schiedsrichtergesprächen auf der Bank für zwei Minuten ausruhen. Aber irgendwie bekam der TSV damit die Kurve und kämpfte sich ins Spiel zurück. Fünf Minuten vor dem Abpfiff gelang dem starken Andreas Liebsch mit dem 23:22 die erste Führung, die Philipp Schönfeld mit dem verwandelten Siebenmeter 33 Sekunden vor Schluss zum 25:24 und einem verdienten Sieg vollendete. Alles halt nicht ganz normal - TSV Aufderhöhe halt.

DJK Adler Königshof - Bergischer HC II 38:32 (19:11). Viel vorgenommen hatte sich Ligakonkurrent BHC II für die gestrige Partie in Krefeld. Doch nach einer ganz schwachen Vorstellung - in erster Linie im Abwehrbereich - geht die von Patrick Luig trainierte Mannschaft nun mit 2:4-Punkten in die Herbstpause. "Das hatten wir uns anders erhofft, müssen es aber jetzt so nehmen wie es ist", sagte Luig.

Lediglich in den ersten zehn Minuten hielten die Gäste bis zum 4:4 mit. Danach spielten die Königshofer groß auf, knackten immer wieder die BHC-Deckung. Über 8:4 und 15:11 ging es bis auf 19:11, das Aufeinandertreffen war eigentlich beim Seitenwechsel schon entschieden. Immerhin bewiesen die Solinger Moral und kämpften im zweiten Abschnitt für ein vernünftiges Ergebnis. "Darüber bin ich auch sehr froh, denn in dieser ausgeglichenen Liga kommt es auf jedes Tor an", so Luig weiter. Ein Sonderlob gab es für Lennart Austrup, der nach zehn Minuten für den schwachen Felix Korbmacher auf die linke Rückraumposition gebracht wurde. Austrup bedankte sich mit beeindruckenden neun Toren aus zehn Versuchen.

Quelle: RP
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